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cotopaxi

 
Bei der Gangaufsicht fallen mir zwei Ex in die Hände. Zwei Schüler, die eine Klasse wiederholen müssen, weil sie wegen "Nicht Genügend" nicht aufsteigen durften.

"Na, wie geht's euch in der neuen Klasse?"
"Geht eh."
"Ihr müsst ja jetzt bei den Besseren sein, ihr habt ja ein Jahr Vorsprung."
"Ja", sagt der eine, "ich bin jetzt ein Einser-Kandidat."
"Gar nicht", sagt der andere, "Sie haben uns nichts beigebracht!"
"Deswegen bist du durchgefallen", sage ich zu ihm, den ich zu den Schlauen zähle.
"Warum?"
"Weil du dich zurücklehnst und wartest, dass dir jemand alles beibringt."
"Eh."

Ich kenne seine Einstellung, weil ich seine Mutter kenne. Und deren Einstellung zur Schule.

Ich habe ihm erklärt: "Pass auf. Lernen ist ein aktiver Prozess, das kannst nur Du selbst gestalten. Ich gebe dir Lernchancen, aber Du musst sie nutzen."

Da lacht er.
Er will da bloß durch.
romeomikezulu meinte am 14. Okt, 16:07:
Nicht zum ersten Mal glaube ich richtig zu liegen mit der Einschätzung,
dass die KINDER in der Schule (und anschließend im Beruf etc...)
heute gar nicht der Kern des Problemes sind.
Sondern die Eltern.

Mit Ihrem Satz "Ich kenne seine Einstellung, weil ich seine Mutter kenne" wissen Sie u.a. auch Michael Winterhoff (zu Recht kein ganz Unberufener in Sachen Entwicklung heranwachsender Kinder) auf Ihrer Seite.
Und mich ja sowieso :-).
Viele Grüße: _rain. 
teacher antwortete am 14. Okt, 16:34:
Ja, wenn die Einstellung bei den Eltern nicht stimmt, kann sie bei den Kindern auch nicht stimmen.

Aber die Eltern kann ich nicht erziehen - die wollen MICH erziehen.

ad Winterhoff: Ich kenne seine Thesen, nicht seine Bücher. Das, was ich von ihm gehört habe, halte ich für ziemlich realistisch. Und es gibt immer mehr Erwachsene, die wirklich Angst vor ihren/unseren Jugendlichen haben ... 
timanfaya antwortete am 14. Okt, 17:33:
....OoooooohhH, der winterhoff. das rote tuch derer, die das buch nie gelesen haben. dabei ist der in vielen dingen näher an jesper juul [ http://www.zeit.de/2009/19/PD-Juul ], als den meisten recht sein dürfte. und die wahrheit, die liegt natürlich wieder irgendwo dazwischen und ist selbstverständlich so individuell wie jedes einzelne kind selbst.

p.s.: ich schaue im deutschen fernsehen ja immer mal gerne bei den erziehungsthematisierten dokusoaps rein. supernanny und so. und letztendlich ist es immer das gleiche bild. entweder sind die kinder bzgl. ihrer persönlichen reife entwicklungstechnisch weit hinter ihrem realen alter zurück [also 14 jährige die auf voll erwachsen machen und in wirklichkeit wie 8 jährige daherkommen] oder es sind die eltern. in beiden fällen die blanke ohnmächtige hilflosigkeit. in den ganz harten fällen ist es meist beides. die sind dann bei thomas sonnenburg "zu besichtigen" ... 
testsiegerin antwortete am 14. Okt, 21:23:
was sie bräuchten, herr teacher, ist etwas mehr optimismus, spaß an ihrem beruf und freude im leben.

aber ich fürchte, das kann man ihnen nicht anerziehen. 
teacher antwortete am 15. Okt, 17:36:
@testsiegerin: Was bringt mir im gegebenen Fall Spaß im Beruf? 
testsiegerin antwortete am 16. Okt, 12:51:
nicht nur im gegeben fall. ein lehrer, der spaß und leidenschaft für seinen beruf hat, ist eher in der lage, schüler mit dieser leidenschaft anzustecken und für etwas zu begeistern.
so geht es uns doch allen, oder?

und überhaupt ist es im leben schöner, wenn leute ihren beruf mit freude machen. ob billa-kassiererin, floristin, automechaniker, therapeutin oder lehrer, nicht wahr? 
steppenhund antwortete am 16. Okt, 13:33:
@testsiegerin
Es ist das, was mir mein Vater beigebracht hat: es ist egal, was man macht, solange man es mit Freude macht. Und wenn man es mit Freude macht, dann macht man es auch gut.
Der Lehrer ist für die Freude verantwortlich! 
teacher antwortete am 17. Okt, 12:55:
Da wird niemand widersprechen, auch nicht die Straßenarbeiter, die Bergleute, die Versicherungsvertreter ...

P.S.: Ich habe eine Menge Spaß in meinem Beruf, auch wenn hier manche anderer Meinung sind. 
testsiegerin meinte am 14. Okt, 21:14:
Ha! Da haben wir sie wieder, die Schuldige. Die Mama.
Super!

Freud hätte eine Freud mit Ihnen gehabt. Liegt sicher alles am Penisneid. Oder so. 
BIA (Gast) antwortete am 14. Okt, 21:57:
Ich denke, wir können davon ausgehen, dass der Papa mitgemeint war. 
testsiegerin antwortete am 14. Okt, 22:02:
diese schuldzuweisungen helfen uns in wahrheit überhaupt nicht weiter.
ich vermisse eine spur von selbstkritik. natürlich müssen schülerInnen selbst etwas tun. aber es ist auch aufgabe der lehrerInnen, sie zu motivieren, neugierig zu machen, zu vermitteln, dass das etwas spannendes ist, was sie unterrichten. mehr leidenschaft im unterricht statt schuldzuweisungen und allzu billige erklärungen. 
teacher antwortete am 15. Okt, 16:57:
Den Papa kennen wir nicht.

Und: Mir geht es gar nicht um Schuldzuweisungen. Das können die besser, die alle Fehler bei den Lehrern finden.

Mir geht es darum zu betonen, dass Lernen ein aktiver Prozess ist.
Und: Wir gehen gerne von interessierten SchülerInnen aus - in Wirklichkeit wollen viele "einfach nur durch". Das höre ich doch ständig und sehe ich viel öfter als die Achsointeressierten an Mathematik und Französisch.
Essig! 
steppenhund antwortete am 15. Okt, 17:07:
Aber genau das ist die Aufgabe der Lehrer
Sie müssen die Schüler das Lernen lehren.
Man kann jemanden auch ein Fach beibringen, von dem er sagt, dass er es hasst. Man muss ihm einfach die Gelegenheit geben, etwas zu verstehen.
Die funktionale Lust des Lernens kann viel größer sein, als allgemein angenommen wird.
Es ist schon so wie im chinesischem Sprichwort: statt dem Hungrigen einen Fisch zu geben, zeigt man ihm, wie man sich einen Fisch angelt. (Den ersten Fisch angelt man gemeinsam, damit es kein Verhungern gibt.) 
teacher antwortete am 15. Okt, 17:22:
Das stimmt, aber greift zu kurz.
Die SchülerInnen müssen bei der Reifeprüfung fließend Englisch sprechen und schreiben - da reicht es nicht, nur zu wissen, wie man ein Wörterbuch nützt, da müssen sie 5000 Vokabel gebüffelt und in korrekter Form immer wieder angewandt haben.

Sie verstehen sehr schnell, aber erst die Übung macht sie zu Meistern. Wie vor 200 Jahren. 
BIA (Gast) antwortete am 15. Okt, 17:41:
Im Idealfall - ja. Ich habe mich aber jedenfalls von der Vorstellung verabschiedet, dass ich mit meinen Mitteln 33 Leuten jeweils die richtige Dosis von Motivation verpassen kann, damit die nicht nur im Unterricht mitdenken, sondern zu Hause auch so lange üben, bis der (mitunter noch immer verhasste) Stoff sitzt. 
romeomikezulu antwortete am 16. Okt, 11:47:
@BIA:
Können Sie. 
steppenhund antwortete am 16. Okt, 13:31:
@teacher
Ich gebe Ihnen recht. Dieses Büffeln muss sein - und es kann auch mit Lust erlebt werden. Wenn, und nur wenn die das darauffolgende Erreichen eines Ziels lustbetont ist. Das muss der Lehrer schaffen.
Warum quälen sich den Hunderttausende monatelang mit Lauftraining für einen Marathon? Oder im Fitness-Studio?
Es ist eine Zeit, in der nur das Körperliche als erstrebenswert zählt. Wenn das Hirn so verhasst ist, wie in der heutigen Zeit, muss man das Denken auch wieder erst einmal verkaufen. Als ich ein Kind war, konnten das einige Professoren. Schließlich nannte man die in der Mittelschule auch Professoren und nicht Lehrer. 
BIA (Gast) antwortete am 16. Okt, 14:05:
@Steppenhund
Aber das Ziel ist nicht immer für alle gleich lustbetont - Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichfalls. Meine Schüler, die stundenlang begeistert irgendwelche Mini-Fußballtricks üben, weil sie gerne Fußballspielen, sind nicht bereit, die selbe Übungsarbeit für Jazzdance zu leisten - weil sie's nicht interessiert. Ein begnadeter Jazztanzlehrer könnte mit einigem Aufwand sicherlich einigen von ihnen den Jazztanz nahebringen, okay. Aber immer noch nicht allen. In der Schule ist das doch nicht anders. Selbst innerhalb eines Faches variiert die Bereitschaft von Schülern, Zeit zu investieren - Mumienherstellung lernt einer freiwillig und detailliert, die römische Republik sind ihm wiederum egal.
Ich finde, man muss den Menschen nicht allzusehr als Maschine sehen, so nach dem Motto "Motivation rein = Engagement = dolle Ergebnisse". So easy ist das nicht. 
BIA (Gast) antwortete am 16. Okt, 14:06:
Nope.
Nicht immer, nicht alle, nicht mit den 50 bis 60 Stunden, die ich in der Woche reinhänge. 
steppenhund antwortete am 16. Okt, 15:27:
Ja, alle sind nicht gleich
Und es bedarf schon einer gewissen Differenzierung der Zuhörerschaft, um alle mitzureißen. Vielleicht ist sogar jeder anders.
Und auch nicht jeder ist für Jazzdance zu begeistern.
"Motivation rein = Engagement = dolle Ergebnisse"? Ich weiß nicht, ob das nicht doch das Erfolgsrezept ist. Allerdings muss das Ziel der Motivation vielleicht etwas besser definiert sein. Man lernt nicht Geschichte, (was ich nie mochte) um Jahreszahlen zu lernen. Man lernt Geschichte, um Zusammenhänge zu sehen, um festzustellen, wie wenig sich an menschlichen Reaktionen verändert. Man lernt es vielleicht, um bestimmte atavistische und archetypische Verhaltensweisen in uns besser verstehen zu können. Man lernt nicht Mathematik, um Formeln auswendig zu lernen. Man lernt sie, um sich nicht tagtäglich von Politikern und den Medien verarschen lassen zu müssen. Und so geht es weiter.
Wir können über den Lehrplan diskutieren. Aber letztlich glauben wir doch, dass der Lehrplan sinnvoll ist.
-
Nachsatz:
Und genau, weil nicht alle gleich sind, bin ich gegen das Verteufeln von Studiengebühren mit dem Hinweis: gleiche Bildungschance für alle. Die Uni ist etwas für Menschen, denen das Lernen und das Erforschen Spass macht. Nicht für die, die sich noch nicht entscheiden können, was sie wirklich wollen. Ist gerade in Österreich ein echtes Thema. 
BIA (Gast) antwortete am 16. Okt, 17:58:
Ich glaube, Schule ist längst nicht mehr an dem Punkt, in dem Jahreszahlen gelernt werden müssen, damit Jahreszahlen gekonnt werden - sondern man hat nur mehr wenige Jahreszahlen, viel mehr Zusammenhänge, Längsschnitte, Querschnitte, Sozialgeschichte, aktuelle Bezüge, lokale Bezüge usw. usw. Das ändert aber gar nichts daran, dass das manchen Menschen einfach trotzdem nicht viel gibt (genauso, wie ich persönlich Mathematik meide, egal, wie wichtig sie ist) - und das ist, in einem gewissen Rahmen, auch zu respektieren, sonst landet man bei diesem leicht faschistischen Ansatz, dass sich der andere (mit genügend Motivation) für genau das selbe interessieren muss wie ich selbst. Weil ich hab ihn ja motiviert. Und dann will der einfach nicht, der Böse.
(Das heißt nicht, dass ich mich als Lehrer dann zurücklehnen kann und sagen kann, mei der Franzi fällt halt durch, weil Mathe interessiert ihn nicht. Ich MUSS ihm Mathe so gut wie möglich näherbringen, idealerweise gestehe ich ihm zu, dass es ihn nicht interessiert, bringe ihm aber Strategien bei, die ihm ermöglicht, es trotzdem zu schaffen, mache ihm soviel Druck, dass er trotzdem lernt - weil lustbetont ist das für ihn ja nicht - und trage ihm das Ganze nicht weiter nach.) 
steppenhund (Gast) antwortete am 16. Okt, 19:40:
Ich muss in Sachen Mathematik nichts mehr beweisen. Wenn jemand sagt, dass er Mathematik hasst und dann trotzdem auf die Nachprüfung mündlich ein Sehr gut bekommt, habe ich meine Argumentation bereits unter Beweis gestellt. Und ich bin ziemlich sicher, dass ich diesen Beweis jederzeit wiederholen kann.
Natürlich brauche ich Mathematik nicht, natürlich kann ich alles glauben, was man mir erzählt. Auch wenn die Messwerte, die der ORF anläßlich Tschernobyl verlautbart hat, eindeutig falsch waren.
Ich kann mich auch von der Größe einer Verkaufspackung einlullen lassen, ich kann so vieles, wobei ich Mathematik nicht brauche.
Aber manchmal kommt es mir so vor, als hätten Xenophobie und Mathephobie sehr verwandte Elemente. Ich verstehe nicht, ich will nicht verstehen, daher brauche ich es nicht, ... und schließlich hasse ich es.
Die Lust beim Lernen (speziell bei Mathematik) kommt dann erst zu stande, wenn ich mich freuen kann, dass ich etwas verstehe und es selbstständig nachvollziehen kann.
Aber speziell in diesem Blog höre ich jetzt mit dem Predigen auf. Es bringt nichts. Es bringt nicht einmal dann etwas, wenn der Beweis klar zutage liegt. 
BIA (Gast) antwortete am 16. Okt, 23:38:
@steppenhund
Sehe ich auch so - die Freude an Mathe (und Geschichte und Englisch) kommt mit dem Verstehen und selbständigen Nachvollziehen - und das steht am Ende eines Weges, auf dem ich wiederholt ausprobiert und geübt habe. Die extrinsische Motivation durch den Lehrer kann - kann! - dazu führen, dass ich die ersten Schritte auf diesem Weg gehe, aber ich muss mir die Sache selbst aneignen, dann kommt die Freude. Ich glaube, es war Malik, der darauf hinwies, dass der Manager nicht motivieren kann, sondern dass die Motivation des Angestellten durch die Freude an der gelungenen, erfolgreichen Arbeit kommt.Das klingt für mich nachvollziehbar. 
fedor (Gast) meinte am 15. Okt, 08:55:
Deswegen wird in den "Förderklassen" auch soviel Wert darauf gelegt,daß Eltern "miterzogen" werden,und glauben Sie mir,die meisten haben es dringend nötig. 
teacher antwortete am 15. Okt, 17:03:
Der Trend ging und geht doch in die andere Richtung:
Immer mehr Eltern wollen Erziehung und Bildung ganz an die Schule delegieren ... und gleichzeitig regen sie sich furchtbar über die gleiche Schule (über die Lehrer) auf, dass sie so unfähig und unwillig sind. 
BIA (Gast) antwortete am 15. Okt, 17:43:
teacher
Ich weiß nicht, was Ihr für Eltern habt, muss aber für unsere hier eine Lanze brechen.
Die meisten sind sehr stark am Weiterkommen ihrer Kinder interessiert, schätzen die auch durchaus realistisch ein und arbeiten wirklich gut mit uns zusammen.
Die Leute, die mit dem Anwalt antanzen, damit Pepita doch noch eine Vier in Erdkunde kriegt, sind wirklich ganz, ganz wenige. 
teacher antwortete am 15. Okt, 19:32:
Ich kann nicht generalisieren, wir haben sehr gemischtes Publikum.

Manche interessieren sich gar nicht, die lerne ich auch in 8 Jahren nicht kennen -sie geben ihre Kinder ab. Ich glaube, das ist die Mehrheit. 
Gambetti antwortete am 17. Okt, 00:38:
@teacher:
ich bin auf Ihrer Seite. Wer hat eigentlich behauptet, teacher sei ein unzufriedener Lehrer? Dafür finde ich keinen Anhaltspunkt.
Den Kindern Interesse und Respekt anzuerziehen ist Elternsache. Der Lehrer ist kein Animateur! Man sollte froh und dankbar sein, dass es Menschen gibt, die viel Vor- und Nachbereitungszeit aufwenden um sich dem meist unmotivierten und völlig disziplinlosen Schülervolk zu widmen. Und hierbei schreibe ich aus Sicht eines, der gerade erst aus der Schule raus ist und dieselbe Schande täglich in der Uni erlebt: Wenn der Professor den Raum betritt, werden die studentischen Gespräche fortgeführt; anstatt dass dem Prof gelauscht wird, muss dieser sich erst einmal Gehör verschaffen. So war es in der Schule auch und woher soll das Wissen, dass man still zu sein hat, wenn der Lehrer den Raum betritt, kommen, wenn nicht von zu Hause? Wird der Lehrer für Erziehungshilfe bezahlt? Ich denke nicht! 
teacher antwortete am 17. Okt, 13:05:
Ich höre diese Beschwerden auch zunehmend von den Unis: Unmotivierte und orientierungslose Studenten, die den Betrieb stören statt zu fördern. Vielleicht 10 %, aber furchtbar ärgerlich für alle. Und Studierende, die um Ruhe bitten, die ernsthaft arbeiten wollen, werden gemobbt wie in der Hauptschule.

Da fühle ich mit mitschuldig, weil wir es nicht mehr schaffen, den Wert (und den Preis) der Bildung zu vermitteln. Wer zum Spaß Studieren geht, weil er gelernt (gehört) hat, dass Lernen Spaß machen muss (und das wird auch hier immer behauptet), der ist an der Uni hoffnungslos falsch am Platz. Und zum Scheitern verurteilt. 
Willi (Gast) meinte am 16. Okt, 17:07:
Thomas Brezina ist schuld!
Nicht die Eltern sondern das ewige Edutainment nimmt den Kindern den Mut und den Willen sich selber zu fordern.
Beim Brezina klappt doch immer alles ganz leicht. Dass er gerne die Mühen des Herumprobierens auf sich nimmt und gut mit Scheitern leben kann, das bekommen die Kinder nicht zu sehen.
Sehr richtig, wenn Sie, lieber Teacher, den Kindern die Verantwortung für ihr eigenes Lernen nicht abnehmen wollen. Das ist der Weg, die Schüler ernst zu nehmen und nicht als Quote abzustempeln. 
teacher antwortete am 17. Okt, 13:14:
Ich sehe das wie in der Medizin: Der Arzt ist nicht verantwortlich für die Gesundheit seiner Patienten, aber er kann sehr helfen. Nicht in allen Fällen allerdings ... wer raucht, trinkt, fett isst, sich nicht bewegt ... 
wasserfrau meinte am 17. Okt, 00:50:
herr teacher ... sie sind schon auch ein bisschen ausgebrannt, oder? würde mich bei unserem schulsystem und der drangvollen erwartungshaltung gegenüber dem lehrerberuf nicht direkt wundern.
aber sie wirken nicht direkt neugierig ... äh, sondern belehrend ... sorry, sorry, sorry ... ich kann´s so gut verstehen!
aber ich wünsche ihnen ein halbes jahr auszeit ... ein halbes jahr alaska oder guatemala oder kirgisien oder ... damit alle diese gefühle, die ihre schüler haben, potenziert für sie da sind: fremdheit, bewähren, aktiv lernen müssen, straucheln, zurück schrecken, einknicken und auferstehen.
"aktiv lernen" ist eine phrase ... kränkungen (schule kränkt, aber hallo!) zu überstehen, auf zu erstehen und sich selbst und die kränkende situation zu überwinden etwas ganz anderes. was meinen sie denn wie lustig es ist, sitzen zu bleiben? hallo ... 
teacher antwortete am 17. Okt, 13:10:
Ich glaube, dass Sie mich schon gut verstehen. Aber machen Sie sich keine Sorge um meine psychische Gesundheit - ich bin stark. Ich schreibe hier nicht nur meinen Frust, sondern den eines Berufsstandes nieder, das schaut dann für die Leser so aus, als würde ich alles persönlich erleiden. Neee, ich bin ok!

Ich möchte das System anklagen dürfen, ohne selbst angeklagt zu werden. 
testsiegerin antwortete am 17. Okt, 14:11:
ich hab aber das gefühl, sie klagen nicht das system an, sondern die menschen im system. die schülerInnen und vor allem die eltern. 
teacher antwortete am 17. Okt, 15:15:
Das ist nicht mein Ziel.
Das momentane Schulsystem (Erziehungssystem, Polit. System, Wirtschasftsystem etc.) macht Eltern, Kinder und Lehrer zu dem was sie sind. Keiner davon ist per se der Schuldige oder der Böse.

Auch wir Lehrer nicht - das will ich besonders betonen, weil ich Lehrer bin und viele nette KollegInnen mit gutem Gewissen verteidigen kann. Bis auf 10 %. 
 

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