Es ist Sommer. Eine junge Kollegin geht durch die Bankreihen. Sie beugt sich zu den SchülerInnen hinunter und unterstützt sie beim Formulieren ihrer Texte. Es ist heiß, die Kollegin hat ein unauffälliges, aber weites T-Shirt gewählt, das in keinem Büro Aufsehen erregen würde. Einer der lernenden Jünglinge hat sein Handy schussbereit aus der Tasche gezogen und wartet auf die nächste Verbeugung der Kollegin, um ihr heraustretendes Dekolleté abzulichten. Die allermeisten Kolleginnen zeigen - auch bei größter Hitze - nicht einen einzigen Zentimeter Haut an ihrer Arbeitsstelle. Sie kennen die Umstände.
Ich selbst wandere regelmäßig durch die Reihen, um meinen SchülerInnen helfend über die Schultern zu blicken oder unter die Arme zu greifen. Sinnbildlich. Einige Mädchen tragen - im Unterschied zu den Lehrerinnen - Tops, die nicht nur in Büros sondern auch in Diskotheken einiges Aufsehen erregen würden. Ich versuche mich ganz auf die Hefte zu konzentrieren, aber die weiblichen Entblößungen liegen mitten in meinem Sichtfeld. Die Perspektive des stehenden oder vorgebeugten Lehrers über den sitzenden und ebenfalls vorgebeugten Schülerinnen lässt mir keine Wahl. Die Schulbedingungen sind besondere.
Ein Kunst unterrichtender Kollege hat einmal ein Experiment gestartet, um Bewusstsein zu schaffen. Burschen haben sich zwei Äpfel an einem Faden um den Hals gebunden, um unter ihren Shirts weibliche Brüste zu imitieren: Die erotisierende Wirkung der Rundungen und Bewegungen blieb auch unter diesen absurden Bedingungen nicht aus.
Keine weiteren Erklärungen.
Ich selbst wandere regelmäßig durch die Reihen, um meinen SchülerInnen helfend über die Schultern zu blicken oder unter die Arme zu greifen. Sinnbildlich. Einige Mädchen tragen - im Unterschied zu den Lehrerinnen - Tops, die nicht nur in Büros sondern auch in Diskotheken einiges Aufsehen erregen würden. Ich versuche mich ganz auf die Hefte zu konzentrieren, aber die weiblichen Entblößungen liegen mitten in meinem Sichtfeld. Die Perspektive des stehenden oder vorgebeugten Lehrers über den sitzenden und ebenfalls vorgebeugten Schülerinnen lässt mir keine Wahl. Die Schulbedingungen sind besondere.
Ein Kunst unterrichtender Kollege hat einmal ein Experiment gestartet, um Bewusstsein zu schaffen. Burschen haben sich zwei Äpfel an einem Faden um den Hals gebunden, um unter ihren Shirts weibliche Brüste zu imitieren: Die erotisierende Wirkung der Rundungen und Bewegungen blieb auch unter diesen absurden Bedingungen nicht aus.
Keine weiteren Erklärungen.
teacher - am Mittwoch, 15. Juni 2011, 18:24
"Qype" gibt's zum Entdecken und Empfehlen.
Für die Hauptbücherei von Wien hagelt es durchgehend 5 Sterne. Empfohlen werden auch die freitäglichen Vorlesestunden für die Kleinsten. Bravo, der Wert des Vorlesens hat - fast - alle überzeugt:
"Wir sind am Freitag hingefahren", erzählt mir ein Freund mit Kleinkind. "Ich möchte, dass mein Zwerg mit Büchern aufwächst."
"Und? Wie war's."
"Eigentlich ... eine Katastrophe. Die Idee ist super, eine Oma hat sich freiwillig zur Verfügung gestellt, ein paar nette Geschichten ausgesucht und sich hingesetzt."
"Wo ist das Problem?"
"Die Eltern. Ich mein', das sind ja motivierte Eltern, die mit ihren Kleinen zum Vorlesen gehen."
"Aber?"
"Viele lassen alles durchgehen. Die Kinder laufen, schreien, schmeißen mit den Büchern herum ... und die Eltern schauen zu. Nein, noch schlimmer! Sie tratschen, sie reden so laut, als wären sie die einzigen im Raum. Die Eltern stören!"
"Ja, ich kenne das. Und es traut sich keiner was sagen. Keiner bittet um Ruhe oder Aufmerksamkeit, alle lächeln lieb die Kinder an, die sich aufführen wie die Berserker. Wir sind zu modern, um einzugreifen."
"Viele sind selbst so unhöflich und undiszipliniert. Es fällt ihnen gar nicht mehr auf, so selbstverständlich ist das geworden. Also ich geh' da nicht mehr hin."
So werden meine Schüler sozialisiert:
Vorlesen ist super, Zuhören unnötig.
Bücher sind super. Zum Schmeißen.
Komisch. In Qype ist alles super. Wer schreibt dort bloß?
Für die Hauptbücherei von Wien hagelt es durchgehend 5 Sterne. Empfohlen werden auch die freitäglichen Vorlesestunden für die Kleinsten. Bravo, der Wert des Vorlesens hat - fast - alle überzeugt:
"Wir sind am Freitag hingefahren", erzählt mir ein Freund mit Kleinkind. "Ich möchte, dass mein Zwerg mit Büchern aufwächst."
"Und? Wie war's."
"Eigentlich ... eine Katastrophe. Die Idee ist super, eine Oma hat sich freiwillig zur Verfügung gestellt, ein paar nette Geschichten ausgesucht und sich hingesetzt."
"Wo ist das Problem?"
"Die Eltern. Ich mein', das sind ja motivierte Eltern, die mit ihren Kleinen zum Vorlesen gehen."
"Aber?"
"Viele lassen alles durchgehen. Die Kinder laufen, schreien, schmeißen mit den Büchern herum ... und die Eltern schauen zu. Nein, noch schlimmer! Sie tratschen, sie reden so laut, als wären sie die einzigen im Raum. Die Eltern stören!"
"Ja, ich kenne das. Und es traut sich keiner was sagen. Keiner bittet um Ruhe oder Aufmerksamkeit, alle lächeln lieb die Kinder an, die sich aufführen wie die Berserker. Wir sind zu modern, um einzugreifen."
"Viele sind selbst so unhöflich und undiszipliniert. Es fällt ihnen gar nicht mehr auf, so selbstverständlich ist das geworden. Also ich geh' da nicht mehr hin."
So werden meine Schüler sozialisiert:
Vorlesen ist super, Zuhören unnötig.
Bücher sind super. Zum Schmeißen.
Komisch. In Qype ist alles super. Wer schreibt dort bloß?
teacher - am Mittwoch, 8. Juni 2011, 20:32
Lehrerfrage: "Warum fliehen so viele Leute aus Nordafrika?"
Schülerheft: "Weil dort so viel geshit."
Wenn's kreativ wär', wär's sehr kreativ.
Schülerheft: "Weil dort so viel geshit."
Wenn's kreativ wär', wär's sehr kreativ.
teacher - am Montag, 6. Juni 2011, 21:38
Ich habe meine eigene kleine Theorie zur EHEC-Genese: Es stammt aus unserer Schule und kann mit Armani-Parfum bekämpft werden.
Klingt vielleicht überzogen, aber ich habe noch dümmere Verschwörungen gehört und gelesen.
Zur Beweisführung kann ich den Unterricht in der fünften Klasse vorbringen. Ich stehe - nach vier freien Tagen, einem langen Wochenende - an der Tafel und höchst unangenehme Gerüche dringen an meine verwöhnten Nasenlöcher:
"Pfui! Der Schwamm stinkt ja erbärmlich!"
"Ja, das hat die Frau Professor X. in der vorigen Stunde auch schon behauptet."
Er schimmert leicht grünlich, ich lege ihn unter die Wasserleitung.
"Das hat die Frau Professor auch schon gemacht."
Ich brauche eine neue Strategie:
"Hat jemand Parfum dabei?"
"Die Kerstin!", rufen die Mädchen aus der Klasse.
"Aber ... das ist Armani", wehrt sich die Angesprochene.
Sie greift dann in ihre Handtasche, wandert mit einem blitzenden Kristall-Flacon nach vorne und macht sich über den stinkenden Schwamm her: Pfffft, pfffft, pffft.
Alles geregelt. Armani wirkt gegen EHEC.
Meine persönliche Theorie.
Klingt vielleicht überzogen, aber ich habe noch dümmere Verschwörungen gehört und gelesen.
Zur Beweisführung kann ich den Unterricht in der fünften Klasse vorbringen. Ich stehe - nach vier freien Tagen, einem langen Wochenende - an der Tafel und höchst unangenehme Gerüche dringen an meine verwöhnten Nasenlöcher:
"Pfui! Der Schwamm stinkt ja erbärmlich!"
"Ja, das hat die Frau Professor X. in der vorigen Stunde auch schon behauptet."
Er schimmert leicht grünlich, ich lege ihn unter die Wasserleitung.
"Das hat die Frau Professor auch schon gemacht."
Ich brauche eine neue Strategie:
"Hat jemand Parfum dabei?"
"Die Kerstin!", rufen die Mädchen aus der Klasse.
"Aber ... das ist Armani", wehrt sich die Angesprochene.
Sie greift dann in ihre Handtasche, wandert mit einem blitzenden Kristall-Flacon nach vorne und macht sich über den stinkenden Schwamm her: Pfffft, pfffft, pffft.
Alles geregelt. Armani wirkt gegen EHEC.
Meine persönliche Theorie.
teacher - am Montag, 6. Juni 2011, 14:06
"Kinder, wir machen das so wie früher, wir machen eine Klassenkassa. Ich sammle von jedem 30 Euro ab ... und bezahle damit die Anschaffungen, die für alle gleich ausfallen. Ich kaufe die Schularbeitshefte, bezahle die Eintrittskarten, die Fahrscheine, Zeichenkartons für alle ... und so. Wollt ihr das?"
Das wollten alle.
Der Klassenvorstand ging für seine Schüler einkaufen. Und es hat gut funktioniert. Weil niemand vergessen konnte. Weil alle das gleiche Material hatten. Weil nicht Stunden an Organisation und Geldeinsammeln vergingen. Weil sogar Mengenrabatte herausschauten.
Für das zweite Semester wollte er wieder Geld einsammeln. Da ging ein Anruf in der Direktion ein. Eine Beschwerde. Zweifel über die Rechtmäßigkeit wurden gesät und Anschuldigungen laut:
"Könnte es sein, dass der Lehrer Geld abzweigt?"
Die Direktorin sah sich zum Handeln veranlasst: "Auf Grund dieser Beschwerde müssen Sie diese Klassenkassa auflösen, Herr Kollege. Das ist ungesetzlich!"
Der Klassenvorstand überließ die Rechnungen, die er fleißig gesammelt und verbucht hatte, den Klassensprechern. Sie prüften, befanden alles für richtig und baten ihn:
"Können wir nicht so weitermachen? Das ist doch super!"
"Nein, leider. Eine Mutter hat sich beschwert!"
Die Kinder schüttelten den Kopf und murrten enttäuscht.
"Welche deppate Mutter war das?", fragte ein vorlauter Junge nach.
Es war seine.
Das wollten alle.
Der Klassenvorstand ging für seine Schüler einkaufen. Und es hat gut funktioniert. Weil niemand vergessen konnte. Weil alle das gleiche Material hatten. Weil nicht Stunden an Organisation und Geldeinsammeln vergingen. Weil sogar Mengenrabatte herausschauten.
Für das zweite Semester wollte er wieder Geld einsammeln. Da ging ein Anruf in der Direktion ein. Eine Beschwerde. Zweifel über die Rechtmäßigkeit wurden gesät und Anschuldigungen laut:
"Könnte es sein, dass der Lehrer Geld abzweigt?"
Die Direktorin sah sich zum Handeln veranlasst: "Auf Grund dieser Beschwerde müssen Sie diese Klassenkassa auflösen, Herr Kollege. Das ist ungesetzlich!"
Der Klassenvorstand überließ die Rechnungen, die er fleißig gesammelt und verbucht hatte, den Klassensprechern. Sie prüften, befanden alles für richtig und baten ihn:
"Können wir nicht so weitermachen? Das ist doch super!"
"Nein, leider. Eine Mutter hat sich beschwert!"
Die Kinder schüttelten den Kopf und murrten enttäuscht.
"Welche deppate Mutter war das?", fragte ein vorlauter Junge nach.
Es war seine.
teacher - am Freitag, 3. Juni 2011, 20:02
Bernhard Heinzlmaier ist kein Unbekannter hierzulande, Vorsitzender des Instituts für Jugendkulturforschung, Lektor am Institut für Bildungswissenschaft und Marktforscher mit Schwerpunkt Jugend.
2007 stellt er in seinem Buch "Jugend unter Druck" nüchtern fest:
"Weltverbesserer und sozial engagierte Jugendliche waren gestern. Heute wächst eine Generation junger Menschen heran, die ihr Leben ganz auf eine erfolgreiche berufliche Karriere, viel Geld und hohes Ansehen hin trimmt – und dabei am ständig wachsenden Leistungsdruck der neoliberalen Gesellschaft zu zerbrechen droht."
2011 legt er im Profil-Interview (23. Mai 2011, S. 74) heftig nach:
"Dass so viele junge Männer im 'Hotel Mama' bleiben, hängt damit zusammen, dass viele Frauen ihre Söhne zu echten Trotteln erziehen. Sie verwöhnen sie, ohne sie zu fordern ... Aus diesen symbiotischen Mutter-Sohn-Beziehungen entstehen dann dissoziale Egomanen."
Gut, erfahrene LehrerInnen können solche Diagnosen nachvollziehen, schließlich haben sie täglich mit "egoistischen Konsum-Trotteln" zu tun. Aber Pädagogen dürfen keinesfalls Klartext reden, das würde gegen sie verwendet werden: "Unfähige, unsensible Idioten."
Ich wundere mich nur, dass es zu keinem empörten Aufschrei gegen den Jugendforscher gekommen ist - von Frauen, Söhnen, Trotteln.
2007 stellt er in seinem Buch "Jugend unter Druck" nüchtern fest:
"Weltverbesserer und sozial engagierte Jugendliche waren gestern. Heute wächst eine Generation junger Menschen heran, die ihr Leben ganz auf eine erfolgreiche berufliche Karriere, viel Geld und hohes Ansehen hin trimmt – und dabei am ständig wachsenden Leistungsdruck der neoliberalen Gesellschaft zu zerbrechen droht."
2011 legt er im Profil-Interview (23. Mai 2011, S. 74) heftig nach:
"Dass so viele junge Männer im 'Hotel Mama' bleiben, hängt damit zusammen, dass viele Frauen ihre Söhne zu echten Trotteln erziehen. Sie verwöhnen sie, ohne sie zu fordern ... Aus diesen symbiotischen Mutter-Sohn-Beziehungen entstehen dann dissoziale Egomanen."
Gut, erfahrene LehrerInnen können solche Diagnosen nachvollziehen, schließlich haben sie täglich mit "egoistischen Konsum-Trotteln" zu tun. Aber Pädagogen dürfen keinesfalls Klartext reden, das würde gegen sie verwendet werden: "Unfähige, unsensible Idioten."
Ich wundere mich nur, dass es zu keinem empörten Aufschrei gegen den Jugendforscher gekommen ist - von Frauen, Söhnen, Trotteln.
teacher - am Montag, 30. Mai 2011, 22:01
Der Bankdirektor lässt den Politikern ausrichten, dass sie blöd und unfähig sind. Sie kennen sich in der Wirtschaft nicht aus.
In der Schule und an der Uni noch weniger.
Sie beschließen eine Reform der Reifeprüfung. Eine der drei neuen Säulen sieht eine VWA, eine vorwissenschaftliche Arbeit vor. Alle 16-17jährigen sollen - selbständig - ernsthafte Literatur lesen und verwerten. Aber: Viele entschlüsseln nicht einmal einen durchschnittlichen Zeitungsartikel! Sie sollen - selbständig - Ergebnisse zusammenschreiben und bei der Abschlussprüfung präsentieren.
Aber: Ohne externe Hilfe geht das nicht. Nicht ordentlich.
Die betreuenden Lehrer können nur minimal unterstützen, es sind nur 2 - 3 Treffen vorgesehen, nämlich zur Besprechung des Themas und zur Abgabe der Arbeit. Dazwischen wird es vielleicht ein paar Minuten für Anregungen und Korrekturen geben. Mehr nicht.
Ich behaupte, das Ergebnis kann nur mickrig ausfallen. Ohne Nachhilfe.
Von der Schule auf die Uni. Ein betreuender Univ.-Prof. beklagt sich über die Qualität der wissenschaftlichen Abschlussarbeiten seiner Studierenden. Er kommt mit der Korrektur nicht nach. Die Texte strotzen vor Fehlern, Orthographie-, Grammatik- und Ausdruckfehler: "Manche Sätze sind schlicht unverständlich ... und die Leute merken es nicht mal."
Ich erzähle von einer Bekannten: "Die Professorin hat ihr - natürlich unter der Hand - geraten, einen ghost writer zu engagieren. Damit wenigstens die Sprache stimmt."
Die Universitäten überlegen nachzuvollziehen, was die Pädagogischen Hochschulen bereits eingeführt haben: Deutschkurse für Studierende.
Wir kennen die Lösung: lesen, lesen, lesen. Und üben.
Hier schließt sich der Kreis. An den Gymnasien sollen wir wissenschaftlich arbeiten. Das könnten die Unis wirklich gut, wir gar nicht. An den Universitäten sollen Sprachkurse installiert werden, damit die Mängel der Schulbildung ausgemerzt werden. Verrückt.
Überlegen wir mal: Wer soll was tun? Wer kann was? Gut!
Was wäre, wenn die Schulen wieder Sprachfertigkeiten üben und die Universitäten wissenschaftlich arbeiten? Wie früher.
Wer sagt es den Politikern, die einfach blöd und unfähig sind? Oder nur modern und populistisch.
In der Schule und an der Uni noch weniger.
Sie beschließen eine Reform der Reifeprüfung. Eine der drei neuen Säulen sieht eine VWA, eine vorwissenschaftliche Arbeit vor. Alle 16-17jährigen sollen - selbständig - ernsthafte Literatur lesen und verwerten. Aber: Viele entschlüsseln nicht einmal einen durchschnittlichen Zeitungsartikel! Sie sollen - selbständig - Ergebnisse zusammenschreiben und bei der Abschlussprüfung präsentieren.
Aber: Ohne externe Hilfe geht das nicht. Nicht ordentlich.
Die betreuenden Lehrer können nur minimal unterstützen, es sind nur 2 - 3 Treffen vorgesehen, nämlich zur Besprechung des Themas und zur Abgabe der Arbeit. Dazwischen wird es vielleicht ein paar Minuten für Anregungen und Korrekturen geben. Mehr nicht.
Ich behaupte, das Ergebnis kann nur mickrig ausfallen. Ohne Nachhilfe.
Von der Schule auf die Uni. Ein betreuender Univ.-Prof. beklagt sich über die Qualität der wissenschaftlichen Abschlussarbeiten seiner Studierenden. Er kommt mit der Korrektur nicht nach. Die Texte strotzen vor Fehlern, Orthographie-, Grammatik- und Ausdruckfehler: "Manche Sätze sind schlicht unverständlich ... und die Leute merken es nicht mal."
Ich erzähle von einer Bekannten: "Die Professorin hat ihr - natürlich unter der Hand - geraten, einen ghost writer zu engagieren. Damit wenigstens die Sprache stimmt."
Die Universitäten überlegen nachzuvollziehen, was die Pädagogischen Hochschulen bereits eingeführt haben: Deutschkurse für Studierende.
Wir kennen die Lösung: lesen, lesen, lesen. Und üben.
Hier schließt sich der Kreis. An den Gymnasien sollen wir wissenschaftlich arbeiten. Das könnten die Unis wirklich gut, wir gar nicht. An den Universitäten sollen Sprachkurse installiert werden, damit die Mängel der Schulbildung ausgemerzt werden. Verrückt.
Überlegen wir mal: Wer soll was tun? Wer kann was? Gut!
Was wäre, wenn die Schulen wieder Sprachfertigkeiten üben und die Universitäten wissenschaftlich arbeiten? Wie früher.
Wer sagt es den Politikern, die einfach blöd und unfähig sind? Oder nur modern und populistisch.
teacher - am Freitag, 27. Mai 2011, 10:07
Ich habe zwei vierte Klassen (13-14 Jahre), Parallelklassen. Sie sind auffallend verschieden - eine Durchschnittsklasse, eine Problemklasse. Dieser Umstand legt es nahe, die beiden zu vergleichen: Wie entstehen solche Differenzen?
Es könnte an der Zusammensetzung liegen, eine Klasse ist stärker männlich dominiert. Raten Sie, welche. Es könnte an den Schwerpunkten liegen, eine ist stärker naturwissenschaftlich orientiert. Raten Sie, welche. Es könnte einfach an meinem Stundenplan liegen, der ruhige, effiziente Unterricht läuft vor 11 Uhr Mittag. Es könnte auch an der Lehrerzusammensetzung, am Klassenvorstand oder am Klassenraum (dunkel, eng - hell, großzügig) liegen. Es gäbe sicher noch hundert andere Größen zu berücksichtigen.
Es ist mir ein Anliegen, in meinem Unterricht möglichst viel Reales und Persönliches einzubringen: Lebenswelt- und SchülerInnenzentrierung nennen wir das. Also fordere ich ständig ein:
"Gebt mir Beispiele aus eurem Leben!"
Allmählich kristallisiert sich ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Klassen heraus. Die Kinder der Durchschnittsklasse erzählen von ihrem wirklichen Leben, die Kinder der Problemklasse von Ihren Bildschirmerlebnissen.
Nein, nicht alle, nicht immer. Es geht um eine Gruppe von 6-8 Burschen, die das Klima in der Problemklasse prägen. Ihr Leben spielt sich - interpretiert man ihre Wortmeldungen - am Bildschirm ab. Sie erzählen von amerikanischen Serien, von Videospielen und von Kinohits, wenn ich Beispiele aus ihrem Leben hören will. Und damit bestimmen sie die Themen in der ganzen Klasse. Da geht es um witzige Typen und lustige Sprüche, um rasante Szenen und pornographische Fakten, um schräge Typen und wilde Kerle. Schule ist fad. Unterricht ist öd. Lernen unmöglich. Ihre Noten eine Katastrophe. Ihr Einfluss auf die Mitschüler unbegrenzt.
Der Historiker und Anthropologe Hubert C. Ehalt bringt es auf den Punkt: "Die Medien sind zum Haupterzieher geworden." Manche Kinder erreichen sie auf direktem Weg, diese sitzen stundenlang vor dem Schirm, manche nur indirekt über ihren Freundeskreis. Sie rekrutieren ihre Idole im digitalen Paralleluniversum, dort finden sie ihre Vorbilder, ihre Ziele ... dort verläuft ihr Leben.
Blöderweise sind sich die Medien ihrer Verantwortung nicht bewusst. Unter marktwirtschaftlichem Druck müssen sie reisserische News generieren, mit allen grenzwertigen Tricks Zuseher ködern, brutale Quoten machen, maximale Gewinne erzielen.
What sells best? Sex and Crime for kids and teens.
Ganz nebenbei und unbewusst erziehen sie unsere Kinder mit Schund und Junk, mit Gewalt und Sex, mit Banalem und Trivialem, mit Übertreibungen und Seichtem. Wir lassen es zu.
Liebe Politiker,
Ihr könnt die Schulen reformieren, ihr könnt die Lehrer ausbilden, ihr könnt alles neu machen. Es wird nichts nützen, solange es unverantwortliche Medien sind, die unsere Jugend erziehen.
Hier müssen wir ansetzen.
Wer weiß wie?
Es könnte an der Zusammensetzung liegen, eine Klasse ist stärker männlich dominiert. Raten Sie, welche. Es könnte an den Schwerpunkten liegen, eine ist stärker naturwissenschaftlich orientiert. Raten Sie, welche. Es könnte einfach an meinem Stundenplan liegen, der ruhige, effiziente Unterricht läuft vor 11 Uhr Mittag. Es könnte auch an der Lehrerzusammensetzung, am Klassenvorstand oder am Klassenraum (dunkel, eng - hell, großzügig) liegen. Es gäbe sicher noch hundert andere Größen zu berücksichtigen.
Es ist mir ein Anliegen, in meinem Unterricht möglichst viel Reales und Persönliches einzubringen: Lebenswelt- und SchülerInnenzentrierung nennen wir das. Also fordere ich ständig ein:
"Gebt mir Beispiele aus eurem Leben!"
Allmählich kristallisiert sich ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Klassen heraus. Die Kinder der Durchschnittsklasse erzählen von ihrem wirklichen Leben, die Kinder der Problemklasse von Ihren Bildschirmerlebnissen.
Nein, nicht alle, nicht immer. Es geht um eine Gruppe von 6-8 Burschen, die das Klima in der Problemklasse prägen. Ihr Leben spielt sich - interpretiert man ihre Wortmeldungen - am Bildschirm ab. Sie erzählen von amerikanischen Serien, von Videospielen und von Kinohits, wenn ich Beispiele aus ihrem Leben hören will. Und damit bestimmen sie die Themen in der ganzen Klasse. Da geht es um witzige Typen und lustige Sprüche, um rasante Szenen und pornographische Fakten, um schräge Typen und wilde Kerle. Schule ist fad. Unterricht ist öd. Lernen unmöglich. Ihre Noten eine Katastrophe. Ihr Einfluss auf die Mitschüler unbegrenzt.
Der Historiker und Anthropologe Hubert C. Ehalt bringt es auf den Punkt: "Die Medien sind zum Haupterzieher geworden." Manche Kinder erreichen sie auf direktem Weg, diese sitzen stundenlang vor dem Schirm, manche nur indirekt über ihren Freundeskreis. Sie rekrutieren ihre Idole im digitalen Paralleluniversum, dort finden sie ihre Vorbilder, ihre Ziele ... dort verläuft ihr Leben.
Blöderweise sind sich die Medien ihrer Verantwortung nicht bewusst. Unter marktwirtschaftlichem Druck müssen sie reisserische News generieren, mit allen grenzwertigen Tricks Zuseher ködern, brutale Quoten machen, maximale Gewinne erzielen.
What sells best? Sex and Crime for kids and teens.
Ganz nebenbei und unbewusst erziehen sie unsere Kinder mit Schund und Junk, mit Gewalt und Sex, mit Banalem und Trivialem, mit Übertreibungen und Seichtem. Wir lassen es zu.
Liebe Politiker,
Ihr könnt die Schulen reformieren, ihr könnt die Lehrer ausbilden, ihr könnt alles neu machen. Es wird nichts nützen, solange es unverantwortliche Medien sind, die unsere Jugend erziehen.
Hier müssen wir ansetzen.
Wer weiß wie?
teacher - am Dienstag, 24. Mai 2011, 21:55
Klasse 1:
"Darf ich aufs Klo?"
"Nein, jetzt nicht."
"Warum nicht?"
"Dafür sind die Pausen da!"
Der Ordnungsrahmen ist geklärt. Unsympathischer Lehrer, häufig kritisiert.
Klasse 2:
"Darf ich aufs Klo?"
"Ja, da brauchst du doch nicht fragen."
Beginn einer permanenten Völkerwanderung. Sympathisch, beliebt.
Klasse 3:
"Darf ich aufs Klo?"
"Schau, ich habe da ein Bonbon, innen Schoko, außen ein Hauch von Mint ... meine Lieblingsbonbons. Du kannst es haben, wenn du jetzt nicht gehst."
Mehrmals getestet. Alle wollten das Bonbon.
"Siehst Du, du musst eigentlich gar nicht!"
"Das ist fies."
Klasse 4:
"Darf ich aufs Klo?"
"Moment, da muss ich schauen ... Nein, du warst dieses Semester schon!"
"Aber ich habe im letzten Semester keinen Pipi-Punkt bekommen!"
"Das ist ja nur für den Notfall gedacht."
"Jetzt ist ein Notfall."
Es sind die vielen kleinen Dinge, die den Lehrer ausmachen. Die über seinen Ruf entscheiden. Die in keinem Pädagogikstudium erwähnt werden.
P.S.: Bei Vorträgen oder Frontalunterricht muss niemand aufs Klo, je offener das Lernszenario (z.B. Gruppenunterricht oder Freies Lernen), desto stärker der Harndrang. Komische Korrelation.
"Darf ich aufs Klo?"
"Nein, jetzt nicht."
"Warum nicht?"
"Dafür sind die Pausen da!"
Der Ordnungsrahmen ist geklärt. Unsympathischer Lehrer, häufig kritisiert.
Klasse 2:
"Darf ich aufs Klo?"
"Ja, da brauchst du doch nicht fragen."
Beginn einer permanenten Völkerwanderung. Sympathisch, beliebt.
Klasse 3:
"Darf ich aufs Klo?"
"Schau, ich habe da ein Bonbon, innen Schoko, außen ein Hauch von Mint ... meine Lieblingsbonbons. Du kannst es haben, wenn du jetzt nicht gehst."
Mehrmals getestet. Alle wollten das Bonbon.
"Siehst Du, du musst eigentlich gar nicht!"
"Das ist fies."
Klasse 4:
"Darf ich aufs Klo?"
"Moment, da muss ich schauen ... Nein, du warst dieses Semester schon!"
"Aber ich habe im letzten Semester keinen Pipi-Punkt bekommen!"
"Das ist ja nur für den Notfall gedacht."
"Jetzt ist ein Notfall."
Es sind die vielen kleinen Dinge, die den Lehrer ausmachen. Die über seinen Ruf entscheiden. Die in keinem Pädagogikstudium erwähnt werden.
P.S.: Bei Vorträgen oder Frontalunterricht muss niemand aufs Klo, je offener das Lernszenario (z.B. Gruppenunterricht oder Freies Lernen), desto stärker der Harndrang. Komische Korrelation.
teacher - am Donnerstag, 19. Mai 2011, 21:18
C. kommt zu spät in die Klasse. Zu spät in die zweite Stunde, weil in der ersten war Religionsunterricht, von dem er abgemeldet ist. Zu spät wie immer:
"Ich habe euch nicht gefunden!"
C. schaut sich um und stellt fest, dass kein Platz mehr frei ist. Wir mussten in einen fremden Raum ausweichen, die größere Stammklasse wird für Prüfungen gebraucht. Normalerweise borge ich meinen eigenen Sessel her - weil ich ohnehin nie zum Niedersetzen komme - aber auch der Lehrersessel war schon vergeben.
"Ahhhh ..."
"Borg' Dir einen Stuhl aus der Nachbarklasse aus!"
C. kommt zurück ... und bringt in seinem Schlepptau eine verärgerte Kollegin mit: "So geht das nicht!"
Von da an gehen die Tatsachenberichte diametral auseinander, so ähnlich sie klingen mögen.
Schüler C.: "Sie hat mich vor ihrer Klasse blamiert."
Kollegin: "Er hat mich vor der Klasse bloßgestellt."
C. hat offensichtlich nicht gegrüßt (nur genuschelt), hat nicht gefragt (nur mitgeteilt), hat einen Sessel gepackt und wollte verschwinden. Die Kollegin meinte ihrem Erziehungsauftrag nachkommen zu müssen und hat C. vor der Klasse laut und deutlich erklärt, wie man sich zu benehmen hätte, wenn man ihren Unterricht unterbricht und etwas ausborgen will.
C. ergreift schließlich eine moderne Taktik und droht: "Wir können ja zur Direktorin gehen."
Ja, früher drohten die Lehrer mit dem Direktor, heute hat sich der Wind gedreht. Die Schüler wollen die Chefin einschalten, die sich oft genug auf die Seite der Eltern und SchülerInnen gestellt hat. Rückhalt finden Lehrer selten in der Direktion. Auch sonst nirgends.
Ich will tun, wofür ich bezahlt werde, nämlich unterrichten und schalte auf Deeskalation: "OK, Leute. Ich bin mitten in der Stundenwiederholung. Wir verschieben die Auseinandersetzung auf die Pause."
In der nächsten Pause ist C. nicht mehr zu sehen, aber die Kollegin textet mich zu: "Dieses Macho-Verhalten kann ich nicht durchgehen lassen ..."
Eh.
Aber nicht mein Problem.
"Ich habe euch nicht gefunden!"
C. schaut sich um und stellt fest, dass kein Platz mehr frei ist. Wir mussten in einen fremden Raum ausweichen, die größere Stammklasse wird für Prüfungen gebraucht. Normalerweise borge ich meinen eigenen Sessel her - weil ich ohnehin nie zum Niedersetzen komme - aber auch der Lehrersessel war schon vergeben.
"Ahhhh ..."
"Borg' Dir einen Stuhl aus der Nachbarklasse aus!"
C. kommt zurück ... und bringt in seinem Schlepptau eine verärgerte Kollegin mit: "So geht das nicht!"
Von da an gehen die Tatsachenberichte diametral auseinander, so ähnlich sie klingen mögen.
Schüler C.: "Sie hat mich vor ihrer Klasse blamiert."
Kollegin: "Er hat mich vor der Klasse bloßgestellt."
C. hat offensichtlich nicht gegrüßt (nur genuschelt), hat nicht gefragt (nur mitgeteilt), hat einen Sessel gepackt und wollte verschwinden. Die Kollegin meinte ihrem Erziehungsauftrag nachkommen zu müssen und hat C. vor der Klasse laut und deutlich erklärt, wie man sich zu benehmen hätte, wenn man ihren Unterricht unterbricht und etwas ausborgen will.
C. ergreift schließlich eine moderne Taktik und droht: "Wir können ja zur Direktorin gehen."
Ja, früher drohten die Lehrer mit dem Direktor, heute hat sich der Wind gedreht. Die Schüler wollen die Chefin einschalten, die sich oft genug auf die Seite der Eltern und SchülerInnen gestellt hat. Rückhalt finden Lehrer selten in der Direktion. Auch sonst nirgends.
Ich will tun, wofür ich bezahlt werde, nämlich unterrichten und schalte auf Deeskalation: "OK, Leute. Ich bin mitten in der Stundenwiederholung. Wir verschieben die Auseinandersetzung auf die Pause."
In der nächsten Pause ist C. nicht mehr zu sehen, aber die Kollegin textet mich zu: "Dieses Macho-Verhalten kann ich nicht durchgehen lassen ..."
Eh.
Aber nicht mein Problem.
teacher - am Dienstag, 17. Mai 2011, 19:49
Aufmerksam werde ich durch das Geschrei.
Eine Mutter war am vorigen Bahnhof mit ihren beiden Kindern zugestiegen und gleich beim Ausgang stehen geblieben. Ihr schreiendes Kleinkind (etwa 2-3 Jahre) begann zornig auf seine Mutter einzuschlagen. Die Passagiere schauen neugierig hin. Sie reagiert nicht. Lässt sich hauen und anschreien.
Das erinnert mich an eine ähnliche Geschichte im Park. Am Spielplatz tummeln sich zahlreiche Kinder rund um eine Rutsche. Ein älterer Junge stößt einen Kleinen zur Seite und schmeisst sich die Kurven hinunter. Der Kleine taumelt auf der Plattform und wird von seinem Vater vorm Hinunterfallen gerettet. Die anderen Eltern stehen rundherum und beobachten interessiert die Erziehungsmaßnahmen - die auf sich warten lassen. Der Täter wird nicht zur Rede gestellt.
Ich resümiere: Hinhauen und Stoßen ist erlaubt. Das lernen die Kinder dabei.
"Warum greifen die Eltern nicht ein?", frage ich mich.
Meine Vermutung: Sie scheuen sich - besonders vor Publikum - Maßnahmen zu setzen. Unsere heutige Gesellschaft akzeptiert Kinder, die stoßen und hauen mehr als Eltern, die verbieten und sanktionieren. Vor 30 Jahren war es genau umgekehrt.
Die Schule muss diese ungeliebte Rolle übernehmen. Weil wir es nicht zulassen können, dass geschrien, geschlagen und gestoßen wird. Leider ist es wesentlich schwieriger und zeitraubender, eingelernte Strukturen umzuprogrammieren als soziales Verhalten von klein auf zu prägen.
Wer sagt es den passiven Eltern? Hauen ist verboten. Erziehen ist notwendig.
Eine Mutter war am vorigen Bahnhof mit ihren beiden Kindern zugestiegen und gleich beim Ausgang stehen geblieben. Ihr schreiendes Kleinkind (etwa 2-3 Jahre) begann zornig auf seine Mutter einzuschlagen. Die Passagiere schauen neugierig hin. Sie reagiert nicht. Lässt sich hauen und anschreien.
Das erinnert mich an eine ähnliche Geschichte im Park. Am Spielplatz tummeln sich zahlreiche Kinder rund um eine Rutsche. Ein älterer Junge stößt einen Kleinen zur Seite und schmeisst sich die Kurven hinunter. Der Kleine taumelt auf der Plattform und wird von seinem Vater vorm Hinunterfallen gerettet. Die anderen Eltern stehen rundherum und beobachten interessiert die Erziehungsmaßnahmen - die auf sich warten lassen. Der Täter wird nicht zur Rede gestellt.
Ich resümiere: Hinhauen und Stoßen ist erlaubt. Das lernen die Kinder dabei.
"Warum greifen die Eltern nicht ein?", frage ich mich.
Meine Vermutung: Sie scheuen sich - besonders vor Publikum - Maßnahmen zu setzen. Unsere heutige Gesellschaft akzeptiert Kinder, die stoßen und hauen mehr als Eltern, die verbieten und sanktionieren. Vor 30 Jahren war es genau umgekehrt.
Die Schule muss diese ungeliebte Rolle übernehmen. Weil wir es nicht zulassen können, dass geschrien, geschlagen und gestoßen wird. Leider ist es wesentlich schwieriger und zeitraubender, eingelernte Strukturen umzuprogrammieren als soziales Verhalten von klein auf zu prägen.
Wer sagt es den passiven Eltern? Hauen ist verboten. Erziehen ist notwendig.
teacher - am Freitag, 13. Mai 2011, 21:15