Jetzt ziehen Landesschulräte wie Staubsaugervertreter um die Häuser und umwerben die Gymnasien: "Wollt ihr nicht? Mehr Geld? Mehr Lehrer? ... Neue Mittelschule!" So lernen sie demütig, was es heißt, Körbe zu kassieren und Abfuhren einzustecken.
Die Nachbarschule ist eine prononziert fortschrittliche. Die Direktorin eine geübte Sozialdemokratin. Ihre Antwort lautet NEIN zur Gesamtschule: "Wir haben ein Profil erarbeitet."
Sie lehnt jedes Jahr hunderte Kinder ab, die ihr Medien-, Kommmunikations- und Projektmanagement-Angebot konsumieren wollen, sie hat keinen Platz. "Sollen wir das aufgeben, weil wir vernachlässigten Kindern Chancengleichheit einräumen müssen?"
"Mein kleiner Bruder", sagt eine meine vorlautesten Schülerinnen, "hat endlich die richtige Schule gefunden."
"Das heißt?"
"Er ist das Gegenteil von mir. Zurückgezogen, sensibel ... Jetzt ist er in einer Klasse, wo er nicht jeden Tag kämpfen muss ... raus aus der Hölle."
"Wer ist für die Gesamtschule?", frage ich am Ende dieser Stunde.
Einer zeigt auf.
Ich bin es nicht.
"Ich weiß, dass alle Kinder die gleichen Chancen verdienen. Ich bin auch bereit dafür. Aber die Lösung heißt nicht Gesamtschule."
So werden aus Hauptschulen, nur aus Hauptschulen, Neue Mittelschulen.
"Aber es gibt doch auch Gymnasien, die umgestellt haben, oder?"
"Ja, zwei oder drei. Die hatten keine andere Chance gesehen. Zu wenig Anmeldungen, zu viel Druck, keine Alternativen."
FREIWILLIG lässt sich kein Gymnasium degradieren.
Die Nachbarschule ist eine prononziert fortschrittliche. Die Direktorin eine geübte Sozialdemokratin. Ihre Antwort lautet NEIN zur Gesamtschule: "Wir haben ein Profil erarbeitet."
Sie lehnt jedes Jahr hunderte Kinder ab, die ihr Medien-, Kommmunikations- und Projektmanagement-Angebot konsumieren wollen, sie hat keinen Platz. "Sollen wir das aufgeben, weil wir vernachlässigten Kindern Chancengleichheit einräumen müssen?"
"Mein kleiner Bruder", sagt eine meine vorlautesten Schülerinnen, "hat endlich die richtige Schule gefunden."
"Das heißt?"
"Er ist das Gegenteil von mir. Zurückgezogen, sensibel ... Jetzt ist er in einer Klasse, wo er nicht jeden Tag kämpfen muss ... raus aus der Hölle."
"Wer ist für die Gesamtschule?", frage ich am Ende dieser Stunde.
Einer zeigt auf.
Ich bin es nicht.
"Ich weiß, dass alle Kinder die gleichen Chancen verdienen. Ich bin auch bereit dafür. Aber die Lösung heißt nicht Gesamtschule."
So werden aus Hauptschulen, nur aus Hauptschulen, Neue Mittelschulen.
"Aber es gibt doch auch Gymnasien, die umgestellt haben, oder?"
"Ja, zwei oder drei. Die hatten keine andere Chance gesehen. Zu wenig Anmeldungen, zu viel Druck, keine Alternativen."
FREIWILLIG lässt sich kein Gymnasium degradieren.
teacher - am Sonntag, 11. Januar 2009, 16:58
Erst habe ich es auf der Autobahnbrücke gelesen und dann beim Fußballplatz. Mario hat es jetzt auf sein Federpennal gekritzelt:
ACAB
Groß und schwarz auf grün und Plastik.
"Sag', was heißt das eigentlich?", frage ich Mario, den zwölfjährigen Schläfer in der vorletzten Reihe. Er schaut mir unwillig in die Augen. Schlechtes Gewissen bemerke ich in seinem Gesicht.
"Ha?", stoße ich neugierig nach.
"All colours are beautiful", kommt selbstbewusst, aber ohne Überzeugungskraft aus seinem ernsten Mund.
Ich verstehe - er will es nicht sagen. Ich mache keinen Druck, ich lasse locker, das ist meine Methode. Ich gehe zu einem Mädchen in der zweiten Reihe, das sich neugierig umgedreht hat:
"Na, Melli, kannst du mich aufklären?"
"Sie wissen das nicht? ... Wirklich nicht?"
"Nein. Ich habe es schon öfters gelesen, aber ..."
"Hnnn. Das weiß doch jeder!"
Melli genießt es, den unwissenden Lehrer zappeln zu sehen.
"Na? Erklärst du mir's?"
"All cops are bastards! ... Das wussten Sie nicht?"
"Jetzt schon. Schule ist zum Lernen da."
Melli kommt am Ende der Stunde noch einmal zum Lehrertisch:
"Sie haben das wirklich nicht gewusst?!"
Sie freut sich spürbar, ihrem Lehrer ein Stück voraus gewesen zu sein.
Hat ihr richtig gut getan. Mir auch.
ACAB
Groß und schwarz auf grün und Plastik.
"Sag', was heißt das eigentlich?", frage ich Mario, den zwölfjährigen Schläfer in der vorletzten Reihe. Er schaut mir unwillig in die Augen. Schlechtes Gewissen bemerke ich in seinem Gesicht.
"Ha?", stoße ich neugierig nach.
"All colours are beautiful", kommt selbstbewusst, aber ohne Überzeugungskraft aus seinem ernsten Mund.
Ich verstehe - er will es nicht sagen. Ich mache keinen Druck, ich lasse locker, das ist meine Methode. Ich gehe zu einem Mädchen in der zweiten Reihe, das sich neugierig umgedreht hat:
"Na, Melli, kannst du mich aufklären?"
"Sie wissen das nicht? ... Wirklich nicht?"
"Nein. Ich habe es schon öfters gelesen, aber ..."
"Hnnn. Das weiß doch jeder!"
Melli genießt es, den unwissenden Lehrer zappeln zu sehen.
"Na? Erklärst du mir's?"
"All cops are bastards! ... Das wussten Sie nicht?"
"Jetzt schon. Schule ist zum Lernen da."
Melli kommt am Ende der Stunde noch einmal zum Lehrertisch:
"Sie haben das wirklich nicht gewusst?!"
Sie freut sich spürbar, ihrem Lehrer ein Stück voraus gewesen zu sein.
Hat ihr richtig gut getan. Mir auch.
teacher - am Donnerstag, 8. Januar 2009, 20:09
"Herr Professor, im Sekretariat wurde etwas für Sie abgegeben!"
Kollege Sowieso wandert hinüber und empfängt ein kleines Paket: Einen gestrickten Schal mit netten Weihnachtgrüßen von einer Schülerfamilie.
Sowieso stellt sich zwei Fragen:
1. "Warum bekomme ich einen gestrickten Schal?"
Ich sorge für romantische Weihnachststimmung: "Weil deiner so schiach ist."
2. "Und warum gibt mir das nicht der Schüler persönlich?"
Statt einer Antwort erzähle ich eine ebenso wahre Geschichte:
Kollegin Sowieso wird auf einen zappelnden Schüler in der ersten Reihe aufmerksam. Mit minimalen Gesten versucht er, das Interesse seiner Lehrerin auf den Fußboden zu lenken. Sie schaut hinunter, er schiebt mit seinem rechten Fuß ein Plastiksackerl unter den Lehrertisch und flüstert peinlich berührt: "Von meiner Mama ..."
Sowieso versteht und nimmt kommentarlos das Weihnachtsgeschenk in Empfang.
Die dritte Geschichte stammt aus der gleichen Zeit, derselben Schule, aber einer anderen Welt:
Ich wünsche am Ende der Stunde allen Kindern (und hier den LeserInnen):
"Schöne Weihnachten und ein gutes Neues Jahr."
Einige schreien zurück, andere haben schon die Colaflasche am Mund. Ein schüchternes kleines Mädchen aus Indien kommt mit einem bunt verpackten Päckchen zu mir nach vorne, strahlt mich freundlich an und überreicht mir wortlos und stolz ihr kleines Weihnachtsgeschenk.
Freude.
Kollege Sowieso wandert hinüber und empfängt ein kleines Paket: Einen gestrickten Schal mit netten Weihnachtgrüßen von einer Schülerfamilie.
Sowieso stellt sich zwei Fragen:
1. "Warum bekomme ich einen gestrickten Schal?"
Ich sorge für romantische Weihnachststimmung: "Weil deiner so schiach ist."
2. "Und warum gibt mir das nicht der Schüler persönlich?"
Statt einer Antwort erzähle ich eine ebenso wahre Geschichte:
Kollegin Sowieso wird auf einen zappelnden Schüler in der ersten Reihe aufmerksam. Mit minimalen Gesten versucht er, das Interesse seiner Lehrerin auf den Fußboden zu lenken. Sie schaut hinunter, er schiebt mit seinem rechten Fuß ein Plastiksackerl unter den Lehrertisch und flüstert peinlich berührt: "Von meiner Mama ..."
Sowieso versteht und nimmt kommentarlos das Weihnachtsgeschenk in Empfang.
Die dritte Geschichte stammt aus der gleichen Zeit, derselben Schule, aber einer anderen Welt:
Ich wünsche am Ende der Stunde allen Kindern (und hier den LeserInnen):
"Schöne Weihnachten und ein gutes Neues Jahr."
Einige schreien zurück, andere haben schon die Colaflasche am Mund. Ein schüchternes kleines Mädchen aus Indien kommt mit einem bunt verpackten Päckchen zu mir nach vorne, strahlt mich freundlich an und überreicht mir wortlos und stolz ihr kleines Weihnachtsgeschenk.
Freude.
teacher - am Mittwoch, 24. Dezember 2008, 13:36
Wir besprechen die Träume und Ängste der heutigen Jugend und vergleichen sie mit statistischen Daten aus französischen Vorstädten.
Meine Rechnung geht nicht auf.
Wovon träumen sie mehr?
Von Geld?
Nein, von Familie!
Von Sex?
Nein, von guten Freunden.
Von Macht?
Nein, schon gar nicht.
Und was befürchten sie?
Arbeitslosigkeit?
Zu weit weg.
AIDS?
Ein bisschen.
Was sie wirklich fürchten:
Gewalt.
"Hallo? Wir leben in einem der sichersten Länder der Welt. Ich wurde noch nie überfallen, nicht beraubt, nicht bestohlen!"
"Wie oft gehen Sie am Abend weg?", fragen sie mich zynisch.
"Ab und zu."
"Sehen Sie! Und das alleine?"
"Meistens nicht."
Die Achtzehnjährigen erzählen von Gewalt, die ich nur in Sao Paulo oder Guayaquil vermutet hätte.
"Ich kenne vier Mädchen, die vergewaltigt wurden."
"Mir wurde das Handy am Bahnhof weggenommen - die SIM-Karte durfte ich noch rausnehmen."
"Wissen Sie, wie oft ich schon attackiert wurde?"
Sie erklären mir, wo man besser nicht hingeht. "Als Jugendlicher!"
"Und was unternimmt die Polizei?"
"Sowas zeigen wir doch gar nicht mehr an. Die nehmen uns doch nicht ernst!"
Ich bin eine Illusion ärmer, aber ich vermute: "Gewalt in der Schule" - ist das kleinste Problem. Vor und nach der Schule, dort ist Brutalität.
Meine Rechnung geht nicht auf.
Wovon träumen sie mehr?
Von Geld?
Nein, von Familie!
Von Sex?
Nein, von guten Freunden.
Von Macht?
Nein, schon gar nicht.
Und was befürchten sie?
Arbeitslosigkeit?
Zu weit weg.
AIDS?
Ein bisschen.
Was sie wirklich fürchten:
Gewalt.
"Hallo? Wir leben in einem der sichersten Länder der Welt. Ich wurde noch nie überfallen, nicht beraubt, nicht bestohlen!"
"Wie oft gehen Sie am Abend weg?", fragen sie mich zynisch.
"Ab und zu."
"Sehen Sie! Und das alleine?"
"Meistens nicht."
Die Achtzehnjährigen erzählen von Gewalt, die ich nur in Sao Paulo oder Guayaquil vermutet hätte.
"Ich kenne vier Mädchen, die vergewaltigt wurden."
"Mir wurde das Handy am Bahnhof weggenommen - die SIM-Karte durfte ich noch rausnehmen."
"Wissen Sie, wie oft ich schon attackiert wurde?"
Sie erklären mir, wo man besser nicht hingeht. "Als Jugendlicher!"
"Und was unternimmt die Polizei?"
"Sowas zeigen wir doch gar nicht mehr an. Die nehmen uns doch nicht ernst!"
Ich bin eine Illusion ärmer, aber ich vermute: "Gewalt in der Schule" - ist das kleinste Problem. Vor und nach der Schule, dort ist Brutalität.
teacher - am Samstag, 20. Dezember 2008, 10:37
Kellner Kurt kennt seine Kunden. Er legt neben die bestellte Melange die Zeitung des Tages: "Österreich". Auf der Titelseite prangt das blutverschmierte Gesicht des Lehrers des Tages.
Kellner Kurt raunt mir vertrauenselig zu:
"Sie müssen härter durchgreifen!"
Ein Turnlehrer wurde in Wien von einer "Türkenbande" (oder war es eine Jugendgruppe mit Migrationshintergrund?) zusammengeschlagen, weil er eine attackierte Kollegin und seine Schülerinnen verteidigt hat. Offene Straße, helllichter Tag, Schulgruppe auf dem Weg zum Eislaufplatz: Chicago in Wien, würden die freiheitlichen Freunde formulieren.
"Wir sind stramm gestanden, wenn ein Lehrer hereingekommen ist," berichtet Kellner Kurt nicht ohne Stolz.
So redselig kenne ich ihn gar nicht.
"Die hätten sie in eiskaltes Wasser gesteckt!", setzt er wacker fort.
Ich sehe mich als pädagogisierenden Schwächling entlarvt. Mit Melange und buntem Nachrichtenblatt.
Aber hier kommt Kurt:
"Die Lehrer sind selber schuld!"
Ich hätte gerne Solidarität verspürt. Und ich komme nicht dazu, dem alten Kurt zu erklären, wie das Deutsche Reich untergegangen ist.
Kellner Kurt raunt mir vertrauenselig zu:
"Sie müssen härter durchgreifen!"
Ein Turnlehrer wurde in Wien von einer "Türkenbande" (oder war es eine Jugendgruppe mit Migrationshintergrund?) zusammengeschlagen, weil er eine attackierte Kollegin und seine Schülerinnen verteidigt hat. Offene Straße, helllichter Tag, Schulgruppe auf dem Weg zum Eislaufplatz: Chicago in Wien, würden die freiheitlichen Freunde formulieren.
"Wir sind stramm gestanden, wenn ein Lehrer hereingekommen ist," berichtet Kellner Kurt nicht ohne Stolz.
So redselig kenne ich ihn gar nicht.
"Die hätten sie in eiskaltes Wasser gesteckt!", setzt er wacker fort.
Ich sehe mich als pädagogisierenden Schwächling entlarvt. Mit Melange und buntem Nachrichtenblatt.
Aber hier kommt Kurt:
"Die Lehrer sind selber schuld!"
Ich hätte gerne Solidarität verspürt. Und ich komme nicht dazu, dem alten Kurt zu erklären, wie das Deutsche Reich untergegangen ist.
teacher - am Mittwoch, 17. Dezember 2008, 20:23
Ich kenne das von der Rezeption:
"Ihren Beruf noch, bitte ..."
Mit "Trainer" oder "Lektor" bin ich gut gefahren.
"Lehrer?" Neee. Ich brauche weder ewiges Mitleid noch spontane Abneigung. Nur ein Hotelzimmer.
Diese Geschichte ist mir heute in der ersten Stunde eingefallen.
"Wo hast du dein Buch?", frage ich Tanja, die bei ihrer Nachbarin mitliest.
"Vergessen."
Eine große schwarz-gold-gestreifte Handtasche liegt auf der Schulbank.
"Ist das deine Tasche?"
"Ja."
Typische Damentasche. Ich sehe eine Geldbörse, ein Tuch ... und ein Ledergürtel guckt heraus. Ein einziges Heft. Tanja beantwortet meine ungestellte Frage:
"Wir haben heute nur vier Stunden, mehr brauche ich nicht."
Meine Interpretation des Trends zur Damentasche geht in die Tiefe: Meine Schülerinnen wollen nicht mehr als solche erkannt werden: "Keine Schultasche = Kein Schulmädchen."
Diese Plastik-Leder-Trümmer passen nicht zur Lady von heute, nicht zur Stieflette, nicht zur Garderobe, nicht zum Eyeliner. Schülersein, Lernen in Klassenstärke, Anordnungen von Autoritäten - das will man nicht haben, nicht akzeptieren und schon gar nicht öffentlich eingestehen. Deshalb tragen meine Mädchen keine Rucksäcke mehr, auch keine Umhängetaschen.
"Shopping bag. Cool."
Tanja lacht. Fühlt sich verstanden. Ich will auch nicht als Lehrer erkannt werden.
"Ihren Beruf noch, bitte ..."
Mit "Trainer" oder "Lektor" bin ich gut gefahren.
"Lehrer?" Neee. Ich brauche weder ewiges Mitleid noch spontane Abneigung. Nur ein Hotelzimmer.
Diese Geschichte ist mir heute in der ersten Stunde eingefallen.
"Wo hast du dein Buch?", frage ich Tanja, die bei ihrer Nachbarin mitliest.
"Vergessen."
Eine große schwarz-gold-gestreifte Handtasche liegt auf der Schulbank.
"Ist das deine Tasche?"
"Ja."
Typische Damentasche. Ich sehe eine Geldbörse, ein Tuch ... und ein Ledergürtel guckt heraus. Ein einziges Heft. Tanja beantwortet meine ungestellte Frage:
"Wir haben heute nur vier Stunden, mehr brauche ich nicht."
Meine Interpretation des Trends zur Damentasche geht in die Tiefe: Meine Schülerinnen wollen nicht mehr als solche erkannt werden: "Keine Schultasche = Kein Schulmädchen."
Diese Plastik-Leder-Trümmer passen nicht zur Lady von heute, nicht zur Stieflette, nicht zur Garderobe, nicht zum Eyeliner. Schülersein, Lernen in Klassenstärke, Anordnungen von Autoritäten - das will man nicht haben, nicht akzeptieren und schon gar nicht öffentlich eingestehen. Deshalb tragen meine Mädchen keine Rucksäcke mehr, auch keine Umhängetaschen.
"Shopping bag. Cool."
Tanja lacht. Fühlt sich verstanden. Ich will auch nicht als Lehrer erkannt werden.
teacher - am Montag, 15. Dezember 2008, 20:14
Der Alte war einfach: Deckel hoch, Papier hinein, ein Mal drücken - Kopie fertig.
Die Neue ist genial: Deckel unten und Papier einziehen lassen. Dann Kostenstelle eingeben (4 Ziffern), bestätigen, Codewort eingeben (4 Ziffern), bestätigen, Scannen, Fertig drücken, Zahl der Kopien auswählen, Start drücken, warten, Fertig drücken, aussteigen (2x drücken). Ergebnis: 1 Kopie und müde Finger.
Schönes Wort: Usability - gehört, aber nie gesehen.
Intuitive Bedienung wie eine italienische Operndiva im Klimakterium.
Aber: DIE Neue kann auch scannen, farbig drucken, klammern ... und tausend andere Dinge, die wir nie brauchen werden. Nie.
"Kann SIE mich auch ins Intranet beamen?"
"Möglich wär's."
"Ich habe die Folie gerade noch gerettet", blickt mich ein Kollege suchend an. "Sie war schon leicht angebrannt."
"Uiiiii, uiii, ui."
"Wo kriege ich eine kopierfähige Overheadfolie her?"
Wir wissen es alle nicht.
Wir haben irgendwo vage Vermutungen leise läuten gehört, dass auch die Neue irgendeine besondere Folienart möglicherweise bedrucken könnte.
"Diese Folien haben wir aber nicht." Und der Alte ist weg.
Der Sinn der Sache? Wir sollen bei den Kopien sparen, vermute ich. Das lässt sich technisch so einfach einrichten ...
Die Neue ist genial: Deckel unten und Papier einziehen lassen. Dann Kostenstelle eingeben (4 Ziffern), bestätigen, Codewort eingeben (4 Ziffern), bestätigen, Scannen, Fertig drücken, Zahl der Kopien auswählen, Start drücken, warten, Fertig drücken, aussteigen (2x drücken). Ergebnis: 1 Kopie und müde Finger.
Schönes Wort: Usability - gehört, aber nie gesehen.
Intuitive Bedienung wie eine italienische Operndiva im Klimakterium.
Aber: DIE Neue kann auch scannen, farbig drucken, klammern ... und tausend andere Dinge, die wir nie brauchen werden. Nie.
"Kann SIE mich auch ins Intranet beamen?"
"Möglich wär's."
"Ich habe die Folie gerade noch gerettet", blickt mich ein Kollege suchend an. "Sie war schon leicht angebrannt."
"Uiiiii, uiii, ui."
"Wo kriege ich eine kopierfähige Overheadfolie her?"
Wir wissen es alle nicht.
Wir haben irgendwo vage Vermutungen leise läuten gehört, dass auch die Neue irgendeine besondere Folienart möglicherweise bedrucken könnte.
"Diese Folien haben wir aber nicht." Und der Alte ist weg.
Der Sinn der Sache? Wir sollen bei den Kopien sparen, vermute ich. Das lässt sich technisch so einfach einrichten ...
teacher - am Freitag, 12. Dezember 2008, 21:23
Ein nettes Tool im Netz zeigt, welche Begriffe in einem Text am häufigsten vorkommen. Neat stuff. Viele (Sprach-)Lehrer lieben es, ich habe es sogar in meine Diplomarbeit eingebaut.
Und so schaut der Allgemeine Teil des AHS-Lehrplanes in Österreich aus:

Überrascht?
Und so schaut der Allgemeine Teil des AHS-Lehrplanes in Österreich aus:
Überrascht?
teacher - am Mittwoch, 10. Dezember 2008, 20:05
Immerhin 41.900 Treffer für "schule kussverbot" bei Google. Ein heißes Thema also.
Ich möchte nicht sagen, dass es mir am A... vorbei geht (das darf ich nicht als sprach- und verantwortungsbewusster Pädagoge). Aber hier, im pseudoanonymen Internet will ich es gerne schreiben: Wir haben wirklich Wichtigeres zu tun.
Die große Erregung hat mich im Kaffeehaus eingeholt:
"Stell' dir vor, was ich gestern bei den Turnsälen gesehen habe", bemüht sich eine befreundete Kollegin um spannende Einleitungsworte. Sofort habe ich den grauen Gang zwischen den stinkenden Garderoben und den kalten Turnsälen vor meinen Augen.
"Ein Geschmuse, dass alle den Kopf geschüttelt haben."
Ich darf wieder nicht sagen, dass wir Wichtigeres ...
"Und jetzt rate mal: Wer?"
Eigentlich geht mir das am A... vorbei.
"Der Kollege F.!"
"Neeee ...."
Kollege F. ist frisch geschieden und noch frischer verliebt. Seine Neue kommt gerne in die Schule um ihn abzuholen. Nicht mit einem freundlichen Küsschen, sondern mit allen Säften und Kräften der Jugend.
Das regt jetzt viele auf: "Der Lehrer hat ein Vorbild zu sein, der ist ja uralt (32), der soll sich benehmen, zuhause einsperren (naja, ich übertreibe), er kann ja dezent sein Glück genießen, aber das ..."
Mich erinnert das an eine ARTE-Dokumentation über den Pornokonsum Jugendlicher:
"Wie oft schaut ihr Pornos pro Woche?", möchte die Redakteurin wissen.
"14 Mal. Zwei pro Tag. Mindestens."
"Und ihr masturbiert dazu?", fragt sie die drei Fünfzehnjährigen.
"Klar", lachen sie, "Wer das mit Fünfzig macht, der ist pervers ... aber wir entdecken erst unsere Sexualität."
Ich kenne diese Einstellung, sie macht sich breit in meiner Umgebung: "Wir dürfen das, wir sind jung."
Ich möchte nicht sagen, dass es mir am A... vorbei geht (das darf ich nicht als sprach- und verantwortungsbewusster Pädagoge). Aber hier, im pseudoanonymen Internet will ich es gerne schreiben: Wir haben wirklich Wichtigeres zu tun.
Die große Erregung hat mich im Kaffeehaus eingeholt:
"Stell' dir vor, was ich gestern bei den Turnsälen gesehen habe", bemüht sich eine befreundete Kollegin um spannende Einleitungsworte. Sofort habe ich den grauen Gang zwischen den stinkenden Garderoben und den kalten Turnsälen vor meinen Augen.
"Ein Geschmuse, dass alle den Kopf geschüttelt haben."
Ich darf wieder nicht sagen, dass wir Wichtigeres ...
"Und jetzt rate mal: Wer?"
Eigentlich geht mir das am A... vorbei.
"Der Kollege F.!"
"Neeee ...."
Kollege F. ist frisch geschieden und noch frischer verliebt. Seine Neue kommt gerne in die Schule um ihn abzuholen. Nicht mit einem freundlichen Küsschen, sondern mit allen Säften und Kräften der Jugend.
Das regt jetzt viele auf: "Der Lehrer hat ein Vorbild zu sein, der ist ja uralt (32), der soll sich benehmen, zuhause einsperren (naja, ich übertreibe), er kann ja dezent sein Glück genießen, aber das ..."
Mich erinnert das an eine ARTE-Dokumentation über den Pornokonsum Jugendlicher:
"Wie oft schaut ihr Pornos pro Woche?", möchte die Redakteurin wissen.
"14 Mal. Zwei pro Tag. Mindestens."
"Und ihr masturbiert dazu?", fragt sie die drei Fünfzehnjährigen.
"Klar", lachen sie, "Wer das mit Fünfzig macht, der ist pervers ... aber wir entdecken erst unsere Sexualität."
Ich kenne diese Einstellung, sie macht sich breit in meiner Umgebung: "Wir dürfen das, wir sind jung."
teacher - am Samstag, 6. Dezember 2008, 20:22
Jasmin, Robert und Armin haben etwas gemeinsam: Eltern.
Eltern, die das Lernen ihrer Kinder übernehmen. Sie kommen gerne in die Sprechstunde und klären alles ab: Was zu lernen ist, Wie, Wann und Wo. Ich gebe kurze Hinweise, den Rest machen sie. Für Jasmin, Robert und Armin.
Jasmin, Robert und Armin zeigen keine auffallend gute Leistungen. Bessere Hausübungen als die anderen, das schon. Ich hätte passende Erklärungen dafür. Aber sie langweilen sich furchtbar. Sie verlassen sich ganz auf alle anderen, sie werden nur aktiv, wenn es nicht ums Lernen geht. Das machen bekanntlich Mama, Papa und Nachhilfelehrer.
Jasmins Mama ist eine chronisch unterbeschäftigte Hausfrau. Jasmin wird zum Lebensinhalt.
Roberts Mama ist Vollblut-Karrierefrau und checkt das berufliche Fortkommen der gesamten Familie.
Armins Eltern kommen immer im Duo und schreiben mit, was ich zu bemerken habe. Daraus entsteht ein Lernplan, der sich gewaschen hat.
Jasmin, Robert und Armin gehen gerne zur Schule. Sie brauchen die Erholung!
Eltern, die das Lernen ihrer Kinder übernehmen. Sie kommen gerne in die Sprechstunde und klären alles ab: Was zu lernen ist, Wie, Wann und Wo. Ich gebe kurze Hinweise, den Rest machen sie. Für Jasmin, Robert und Armin.
Jasmin, Robert und Armin zeigen keine auffallend gute Leistungen. Bessere Hausübungen als die anderen, das schon. Ich hätte passende Erklärungen dafür. Aber sie langweilen sich furchtbar. Sie verlassen sich ganz auf alle anderen, sie werden nur aktiv, wenn es nicht ums Lernen geht. Das machen bekanntlich Mama, Papa und Nachhilfelehrer.
Jasmins Mama ist eine chronisch unterbeschäftigte Hausfrau. Jasmin wird zum Lebensinhalt.
Roberts Mama ist Vollblut-Karrierefrau und checkt das berufliche Fortkommen der gesamten Familie.
Armins Eltern kommen immer im Duo und schreiben mit, was ich zu bemerken habe. Daraus entsteht ein Lernplan, der sich gewaschen hat.
Jasmin, Robert und Armin gehen gerne zur Schule. Sie brauchen die Erholung!
teacher - am Mittwoch, 3. Dezember 2008, 18:29