Einst war ein kleines Land mit bunten Zwergen, tief in den hohen Bergen.
Die mächtigsten Zwerge, die mit den weißen Zipfelmützen, hatten eine wunderbare Maschine erfunden, die sie geheimnisvoll ELEM nannten: Elitäre Erfolgsmaschine. Sie steckten ihre bunten Winzlinge in jungen Jahren hinein ... und der Zauber funktionierte wie von selbst.
Die ELEM lehrte Sprachen, die keiner sprach.
Die ELEM rechnete mit Buchstaben statt mit schnöden Ziffern.
Die ELEM konstruierte Formeln, die keiner brauchte.
Die ELEM erzählte Geschichten, die längst vergangen.
Die ELEM betrieb auch Künste, die niemand verstand.
Tagein, tagaus, Jahre lang vollbrachte die ELEM, was sie versprach und aus den Winzlingen der Bildungszwerge wurden selber Bildungszwerge und hatten elitären Erfolg.
Bald schickten auch andersfärbige Zwerge ihre Winzlinge, solche mit roten geknickten und solche mit blau gestreiften Hüten, durch die magische Maschinerie der allseits geachteten Institution. Und siehe da, auch sie bekamen - wie versprochen - elitären Erfolg.
Da ging im ganzen Zwergenreich ein Licht auf und flugs wurde die Forderung verkündet: ELEM für ALLE!
Nun begannen die schlauen Winzlinge keck zu fragen: "Warum lernen wir Sprachen, die keiner spricht?" Und sie wollten mit Zahlen rechnen, die sie gewohnt waren. Sie forderten Geschichten von morgen, nicht von gestern. Sie lachten über Formeln, die keiner braucht. Ja, sie betrieben gar Künste, vor denen die alten Zwerge warnten. Das Gebälk krachte, die Räder der ELEM begannen zu stocken und der elitäre Erfolg für alle machte sich aus dem Staub.
Und in den Bergen grollte es ganz fürchterlich: "Die Scheiß ELEM ist wohl im Arsch, was habt ihr uns da angedreht?" "Baut sie um, sonst gibt es Revolution!", ward auf blutrote Transparente geschrieben.
Während tausend bunte Zwerglein in tausend bunten Tintenburgen tausend bunte Ideen für die Reparatur der Wundermaschine hin- und herwälzten, sammelten einige Zwerge, die mit den hohen weißen Zipfelmützen, unscheinbare Säcke voller schnöder Taler, um eine neue Erfindung zu bauen: Eine NELEM - Neue elitäre Erfolgsmaschine.
Nur so zum Nachdenken über die viel zu langen Ferien. Tief in den hohen Bergen.
Glück auf und schöne Ferien!
glg teach
Die mächtigsten Zwerge, die mit den weißen Zipfelmützen, hatten eine wunderbare Maschine erfunden, die sie geheimnisvoll ELEM nannten: Elitäre Erfolgsmaschine. Sie steckten ihre bunten Winzlinge in jungen Jahren hinein ... und der Zauber funktionierte wie von selbst.
Die ELEM lehrte Sprachen, die keiner sprach.
Die ELEM rechnete mit Buchstaben statt mit schnöden Ziffern.
Die ELEM konstruierte Formeln, die keiner brauchte.
Die ELEM erzählte Geschichten, die längst vergangen.
Die ELEM betrieb auch Künste, die niemand verstand.
Tagein, tagaus, Jahre lang vollbrachte die ELEM, was sie versprach und aus den Winzlingen der Bildungszwerge wurden selber Bildungszwerge und hatten elitären Erfolg.
Bald schickten auch andersfärbige Zwerge ihre Winzlinge, solche mit roten geknickten und solche mit blau gestreiften Hüten, durch die magische Maschinerie der allseits geachteten Institution. Und siehe da, auch sie bekamen - wie versprochen - elitären Erfolg.
Da ging im ganzen Zwergenreich ein Licht auf und flugs wurde die Forderung verkündet: ELEM für ALLE!
Nun begannen die schlauen Winzlinge keck zu fragen: "Warum lernen wir Sprachen, die keiner spricht?" Und sie wollten mit Zahlen rechnen, die sie gewohnt waren. Sie forderten Geschichten von morgen, nicht von gestern. Sie lachten über Formeln, die keiner braucht. Ja, sie betrieben gar Künste, vor denen die alten Zwerge warnten. Das Gebälk krachte, die Räder der ELEM begannen zu stocken und der elitäre Erfolg für alle machte sich aus dem Staub.
Und in den Bergen grollte es ganz fürchterlich: "Die Scheiß ELEM ist wohl im Arsch, was habt ihr uns da angedreht?" "Baut sie um, sonst gibt es Revolution!", ward auf blutrote Transparente geschrieben.
Während tausend bunte Zwerglein in tausend bunten Tintenburgen tausend bunte Ideen für die Reparatur der Wundermaschine hin- und herwälzten, sammelten einige Zwerge, die mit den hohen weißen Zipfelmützen, unscheinbare Säcke voller schnöder Taler, um eine neue Erfindung zu bauen: Eine NELEM - Neue elitäre Erfolgsmaschine.
Nur so zum Nachdenken über die viel zu langen Ferien. Tief in den hohen Bergen.
Glück auf und schöne Ferien!
glg teach
teacher - am Freitag, 2. Juli 2010, 08:57
Am Ende des Schuljahres spitzen sich die Dinge zu. Die große Mehrheit der SchülerInnen bereitet sich nach der Prüfungs- und Notenorgie entspannt auf die Ferien vor, einige wenige Verlierer kämpfen um die letzten Plätze.
Problemfall 1:
Die Mutter hat die Meldungen der Boulevardpresse wörtlich genommen und deren Meinung in feiste Worte gepackt:
- "Die Lehrer haben meinen Sohn nicht motivieren können."
- "Die Lehrer können nicht erklären."
- "Die Lehrer sind schuld an den schlechten Leistungen."
Der Sohn lehnt sich zurück und beisst genüsslich in die mitgebrachte Pizzaschnitte. Nachdem geklärt wurde, dass Lehrer und Schule für seine negativen Leistungen verantwortlich sind, braucht er sich nicht wirklich anstrengen. Pädagogischer Super-GAU.
Problemfall 2:
Die Mutter sitzt verweint beim Lehrer und quält sich seit Jahren mit der gleichen Frage: "Was soll ich nur tun?"
Sie hat vieles probiert, hat mitgelernt, überprüft, geredet, bestraft, gelobt und belohnt, nichts hat gefruchtet. "Wenn ich am Abend nach Hause komme, dann sitzt er im Zimmer. Was er wirklich macht, das weiß ich nicht. Was soll ich bloß tun?"
Der Lehrer müsste ehrlicherweise antworten: "Ich weiß es auch nicht. Wir haben ja vieles probiert." Aber er sagt: "Reden Sie weiter mit ihm ... und haben Sie Geduld. Er ist in einem schwierigen Alter ..."
Der Personalberater Bruno Gangel meint: "Denn die Kinder werden heute in einem weit frühreren Alter unführbar." Bloß kommen Vokabel wie "unmotivierbar" und "unführbar" in keinem Pädagogikstudium vor.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Problemfall 1:
Die Mutter hat die Meldungen der Boulevardpresse wörtlich genommen und deren Meinung in feiste Worte gepackt:
- "Die Lehrer haben meinen Sohn nicht motivieren können."
- "Die Lehrer können nicht erklären."
- "Die Lehrer sind schuld an den schlechten Leistungen."
Der Sohn lehnt sich zurück und beisst genüsslich in die mitgebrachte Pizzaschnitte. Nachdem geklärt wurde, dass Lehrer und Schule für seine negativen Leistungen verantwortlich sind, braucht er sich nicht wirklich anstrengen. Pädagogischer Super-GAU.
Problemfall 2:
Die Mutter sitzt verweint beim Lehrer und quält sich seit Jahren mit der gleichen Frage: "Was soll ich nur tun?"
Sie hat vieles probiert, hat mitgelernt, überprüft, geredet, bestraft, gelobt und belohnt, nichts hat gefruchtet. "Wenn ich am Abend nach Hause komme, dann sitzt er im Zimmer. Was er wirklich macht, das weiß ich nicht. Was soll ich bloß tun?"
Der Lehrer müsste ehrlicherweise antworten: "Ich weiß es auch nicht. Wir haben ja vieles probiert." Aber er sagt: "Reden Sie weiter mit ihm ... und haben Sie Geduld. Er ist in einem schwierigen Alter ..."
Der Personalberater Bruno Gangel meint: "Denn die Kinder werden heute in einem weit frühreren Alter unführbar." Bloß kommen Vokabel wie "unmotivierbar" und "unführbar" in keinem Pädagogikstudium vor.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
teacher - am Montag, 28. Juni 2010, 09:56
Als ich vor mehr als zwanzig Jahren die ersten Schularbeitshefte zu korrigieren hatte, schaute mir eine erfahrene Betreuungslehrerin über die Schulter. Gut so.
Perfekt statt Imperfekt - schwerer Fehler.
Adjektiv statt Adverb - schwerer Fehler.
Falsche Verbform - schwerer Fehler.
Nach acht schweren Fehlern war der Ofen aus: Nicht genügend. Trotzdem konnte eine schöne Mehrheit der SchülerInnen gute und sehr gute Noten stolz nach Hause tragen.
Heute muss ich beim Verbessern mein Notebook starten, um von Excel - scheinbar objektiv - Punkt für Punkt eine Gesamtnote errechnen zu lassen. Die Sprachfehler haben sich dadurch nicht verändert, aber die Latte liegt ganz wo anders, Stockwerke tiefer, nämlich bei 50 %. Wenn ein Schüler mehr als die Hälfte der Punkte erreicht, ist er positiv zu beurteilen. So der politische Wille.
Mehr als die Hälfte der Vokabel gelernt, positiv.
Mehr als die Hälfte der Grammatikbeispiele gelöst, positiv.
Mehr als die Hälfte der Antworten gefunden, positiv.
In einer Fremdsprache wirkt sich das - besonders im Anfangsunterricht - dramatisch aus, weil zum Weiterlernen einfach ALLE Vokabel gebraucht werden, ALLE Verben konjugiert werden müssen, ALLE Grammatikregeln verstanden werden sollen.
Sonst baut man ein Haus auf einem halben Keller. Und den zweiten Stock auf einem halben ersten usw.: Hochhäuser entstehen anders.
Wenn ich diese Entwicklung aus größerer Distanz betrachte, stoße ich auf eine ungeklärte Frage: Wer ist an dieser Abschlussinflation interessiert? Schließlich produzieren wir immer mehr Abschlüsse, die immer weniger wert sind: Abschlussinflation statt Bildungswachstum ist wie Geld drucken statt Werte schaffen. Wer will das?
Perfekt statt Imperfekt - schwerer Fehler.
Adjektiv statt Adverb - schwerer Fehler.
Falsche Verbform - schwerer Fehler.
Nach acht schweren Fehlern war der Ofen aus: Nicht genügend. Trotzdem konnte eine schöne Mehrheit der SchülerInnen gute und sehr gute Noten stolz nach Hause tragen.
Heute muss ich beim Verbessern mein Notebook starten, um von Excel - scheinbar objektiv - Punkt für Punkt eine Gesamtnote errechnen zu lassen. Die Sprachfehler haben sich dadurch nicht verändert, aber die Latte liegt ganz wo anders, Stockwerke tiefer, nämlich bei 50 %. Wenn ein Schüler mehr als die Hälfte der Punkte erreicht, ist er positiv zu beurteilen. So der politische Wille.
Mehr als die Hälfte der Vokabel gelernt, positiv.
Mehr als die Hälfte der Grammatikbeispiele gelöst, positiv.
Mehr als die Hälfte der Antworten gefunden, positiv.
In einer Fremdsprache wirkt sich das - besonders im Anfangsunterricht - dramatisch aus, weil zum Weiterlernen einfach ALLE Vokabel gebraucht werden, ALLE Verben konjugiert werden müssen, ALLE Grammatikregeln verstanden werden sollen.
Sonst baut man ein Haus auf einem halben Keller. Und den zweiten Stock auf einem halben ersten usw.: Hochhäuser entstehen anders.
Wenn ich diese Entwicklung aus größerer Distanz betrachte, stoße ich auf eine ungeklärte Frage: Wer ist an dieser Abschlussinflation interessiert? Schließlich produzieren wir immer mehr Abschlüsse, die immer weniger wert sind: Abschlussinflation statt Bildungswachstum ist wie Geld drucken statt Werte schaffen. Wer will das?
teacher - am Mittwoch, 23. Juni 2010, 15:09
Christine Nöstlinger, eine österreichische Schriftstellerin, die auch jenseits unserer engen Grenzen für ihre Kinder- und Jugendliteratur bekannt geworden ist, erzählt in einem Studenten-Interview (progress 04/10) von einem interessanten Test.
Sie lebt in einem Wiener Stadtteil, dessen preisgünstige Wohnungen einkommenschwache Schichten und viele türkische und exjugoslawische Zuwanderer angezogen hat. Dort stellen die Leute alle Sachen, für die sie selbst keine Verwendung mehr haben, einfach vor die Türe. Stunden später sind die Teller, die Kleider oder das alte Werkzeug verschwunden.
Nöstlinger hat auch türkische Übersetzungen ihrer Bücher zum Mitnehmen hingestellt.
Nach mehreren Tagen hat sie diese beschämt wieder mitgenommen: "Bücher sind hier nicht sehr begehrt."
Sie lebt in einem Wiener Stadtteil, dessen preisgünstige Wohnungen einkommenschwache Schichten und viele türkische und exjugoslawische Zuwanderer angezogen hat. Dort stellen die Leute alle Sachen, für die sie selbst keine Verwendung mehr haben, einfach vor die Türe. Stunden später sind die Teller, die Kleider oder das alte Werkzeug verschwunden.
Nöstlinger hat auch türkische Übersetzungen ihrer Bücher zum Mitnehmen hingestellt.
Nach mehreren Tagen hat sie diese beschämt wieder mitgenommen: "Bücher sind hier nicht sehr begehrt."
teacher - am Montag, 21. Juni 2010, 15:34
Statt eines langatmigen Berichtes über die Schönheiten der „Ewigen Stadt“ kommen hier die Schülerinnen und Schüler ungeschminkt zu Wort:
„Rom ist schön.“
„Meiner Meinung nach war Rom ein toller Erfolg.“
„Die Romreise war toll, jedoch anstrengend.“
„Den ganzen Tag gehatscht.“
„Das Kolosseum, das Pantheon, die Spanische Treppe, die Engelsburg, der Trevi-Brunnen – alles super und schön anzuschauen. Doch kein Gefühl war je besser als am Petersplatz zu stehen und das zu erleben, was ich seit klein auf im Fernseher gesehen habe.“
„Dank des Wissens und der Erfahrung unserer Lehrer wurden die einzelnen Stationen in Rom interessant erzählt.“
„Bei einer Ampel ist rot nur eine Empfehlung.“
„Am besten hat mir die Spanische Treppe gefallen“
„Das Champagner-Eis war sehr gut.“
„Das Eis war das geilste.“
„80 Eissorten machen kugelrund.“
“Also das Eis beim Giolitti war einfach besser als beim … anderen.”
„Das Kolosseum war größer als ich gedacht habe.“
„Das Kolosseum ist so gigantisch groß und wunderbar, dass einem die Augen aus dem Gesicht fallen!“
„Die Piazza Venezia war wirklich atemberaubend.“
„Das Steakhouse war vorzüglich!“
„Das Essen schmeckte immens, wir konnten gar nicht genug davon bekommen.“
„Dass wir ans Meer gefahren sind war megageil … und echt cool von den Lehrern.“
„Der Nachmittag am Strand von Ostia war toll, man bekam ein absolutes Urlaubsfeeling.“
„We love Roma.“
„We hate ÖBB.“
„In Rom war einfach alles interessant, wir haben viele Sachen gesehen.“
„Störend waren die Inder, die versuchten, billigen Schrott zu verkaufen.“
„Die Spanische Treppe war ein absolutes Highlight: relaxen, shoppen, essen …“
„Ich fand es toll, dass uns die Lehrer so sehr vertraut haben.“
„Am schönsten in Rom fand ich das Pantheon. Es ist in seiner Erscheinung und Bauweise schlicht und einfach beeindruckend.“
„Duschen und gleichzeitig sein Geschäft zu machen, das hat echt Style“
„Die Karikaturen sind ziemlich amüsant, aber ihr Geld nicht wert.“
„Das Wetter war schön und die Lehrer hammer.“
„Es war urheiß, wir haben keine Wolken gesehen. Der Sonnenbrand ist ausgebrochen.“
„Das einzige, was ich vom Forum Romanum noch weiß, sind die Brunnen: kalt und ideal zum Spritzen.“
„Die anderen Touristen waren auch nett.“
„Unser Chef war sehr großzügig, spricht italiano perfetto und hilft auch den Kranken.“
„Der Vatikan war das beeindruckendste aller Dinge – wegen der Schweizer Garde.“
„Die Taschendiebe waren alle nett, bis auf einen.“
„Hitzebedingt konnten leider viele die Nachtruhe nicht einhalten :-)“
„I say disco, you say party. Disco, disco – party, party.”
„Die Romreise war neben den weltbekannten Sehenswürdigkeiten auch ein kulinarischer Ausflug in die italienische Küche.“
“Wo ist Klaus?” (Nur für Eingeweihte!)
„Rom ist schön.“
„Meiner Meinung nach war Rom ein toller Erfolg.“
„Die Romreise war toll, jedoch anstrengend.“
„Den ganzen Tag gehatscht.“
„Das Kolosseum, das Pantheon, die Spanische Treppe, die Engelsburg, der Trevi-Brunnen – alles super und schön anzuschauen. Doch kein Gefühl war je besser als am Petersplatz zu stehen und das zu erleben, was ich seit klein auf im Fernseher gesehen habe.“
„Dank des Wissens und der Erfahrung unserer Lehrer wurden die einzelnen Stationen in Rom interessant erzählt.“
„Bei einer Ampel ist rot nur eine Empfehlung.“
„Am besten hat mir die Spanische Treppe gefallen“
„Das Champagner-Eis war sehr gut.“
„Das Eis war das geilste.“
„80 Eissorten machen kugelrund.“
“Also das Eis beim Giolitti war einfach besser als beim … anderen.”
„Das Kolosseum war größer als ich gedacht habe.“
„Das Kolosseum ist so gigantisch groß und wunderbar, dass einem die Augen aus dem Gesicht fallen!“
„Die Piazza Venezia war wirklich atemberaubend.“
„Das Steakhouse war vorzüglich!“
„Das Essen schmeckte immens, wir konnten gar nicht genug davon bekommen.“
„Dass wir ans Meer gefahren sind war megageil … und echt cool von den Lehrern.“
„Der Nachmittag am Strand von Ostia war toll, man bekam ein absolutes Urlaubsfeeling.“
„We love Roma.“
„We hate ÖBB.“
„In Rom war einfach alles interessant, wir haben viele Sachen gesehen.“
„Störend waren die Inder, die versuchten, billigen Schrott zu verkaufen.“
„Die Spanische Treppe war ein absolutes Highlight: relaxen, shoppen, essen …“
„Ich fand es toll, dass uns die Lehrer so sehr vertraut haben.“
„Am schönsten in Rom fand ich das Pantheon. Es ist in seiner Erscheinung und Bauweise schlicht und einfach beeindruckend.“
„Duschen und gleichzeitig sein Geschäft zu machen, das hat echt Style“
„Die Karikaturen sind ziemlich amüsant, aber ihr Geld nicht wert.“
„Das Wetter war schön und die Lehrer hammer.“
„Es war urheiß, wir haben keine Wolken gesehen. Der Sonnenbrand ist ausgebrochen.“
„Das einzige, was ich vom Forum Romanum noch weiß, sind die Brunnen: kalt und ideal zum Spritzen.“
„Die anderen Touristen waren auch nett.“
„Unser Chef war sehr großzügig, spricht italiano perfetto und hilft auch den Kranken.“
„Der Vatikan war das beeindruckendste aller Dinge – wegen der Schweizer Garde.“
„Die Taschendiebe waren alle nett, bis auf einen.“
„Hitzebedingt konnten leider viele die Nachtruhe nicht einhalten :-)“
„I say disco, you say party. Disco, disco – party, party.”
„Die Romreise war neben den weltbekannten Sehenswürdigkeiten auch ein kulinarischer Ausflug in die italienische Küche.“
“Wo ist Klaus?” (Nur für Eingeweihte!)
teacher - am Donnerstag, 17. Juni 2010, 12:52
Aus gegebenem Anlass (Auslandsexkursion) müssen die Regeln für Schulexkursionen wie folgt ergänzt werden.
1. Du sollst nicht aus dem Hotelfenster steigen. Oder zurück. Der Portier könnte dich für einen Einbrecher halten, der Lehrer von der Absturzgefahr faseln.
2. Du sollst auch nicht auf die Nachbarbaustelle klettern.
3. Du sollst keine MitschülerInnen im Kasten verstecken. Besonders, wenn sie vom anderen Geschlecht sind und die Mitternachtsglocken bereits geläutet haben.
4. Auch ein fremdes Bett gilt nicht als kreatives Versteck. Selbst wenn der Aufklärungsunterricht bereits stattgefunden hat.
5. Du sollst nicht bloßfüßig zum Frühstück erscheinen. Das ist nicht bloß ein persönliches Anliegen des Bedienungspersonals.
6. Du sollst keine schmutzenden Getränke auf den Boden schütten.
7. Sollte das 6.Gebot nicht einzuhalten sein, sollst du Maßnahmen für die Beseitigung des Unfalls treffen. Damit die Mißachter der Regel 5 nicht zum Handkuss kommen.
8. Du sollst nicht auf fremden Hotelgängen Unterhaltung suchen. Oder lautstark verbreiten. Auch nicht nach Mitternacht.
9. Du sollst deine Mitmenschen und Begleiter schlafen lassen. Tröten und ähnliche Lärmerzeuger gehören in Fußballstadien. Auch außerhalb von WM-Zeiten.
10. Du sollst keine Mitmenschen mit Filzstiften beschreiben. Weder in ihrem Dekolleté, noch auf ihren Oberarmen. Wenn dir jemand "Fick mich" auf die Haut schreibt, dann sollst du keinen Pfeil nach hinten zulassen.
11. Du sollst pünktlich beim Treffpunkt erscheinen. Wenn du es nicht schaffst, gilt die Ausrede "Is ja wurscht, weil eh immer Leute zu spät kommen" nicht.
12. Du sollst keine öffentlichen Wasserleitungen verstopfen. Die anschließenden Spritzorgien könnten auch unbeteiligte Passanten treffen, die besser als du gekleidet sind. Die Entschuldigung "War nicht Absicht" findet nicht immer Anklang.
13. Du sollst Rücksicht nehmen. Als Regel ohne Einschränkung.
14. Du sollst bei Rot nicht über die Straße gehen. Auch wenn deine Freunde bereits auf der anderen Seite sind, könnten schnelle Verkehrsmittel harte Aufschläge verursachen.
15.Du sollst nicht in unbekannte Gewässer springen. Nicht einmal steigen. Kann alles Schmerzen verursachen.
16. Du sollst Füße und Beine heben, beim Gehen, besonders auf Stufen oder wenn der Untergrund staubig ist. Bedenke einfach alle möglichen Konsequenzen.
17. Du sollst nicht "Arschloch" sagen. Auch Menschen von der Müllabfuhr oder ausländische Souvenirverkäufer hören solche Beschimpfungen nicht gerne. Du solltest auch deren Fremdsprachenkenntnisse nicht unterschätzen. Sowie deren Muskelkraft.
18. Du sollst dich nicht mit besoffenen Jugendlichen anlegen. Selbst wenn zwölf Freunde auf deiner Seite und bloß vier auf der gegenüberliegenden Front stehen. Moderne Kommunikationsmittel verändern solche Zahlenverhältnisse enorm schnell.
19. Du sollst dich vor der Macht der Sonne schützen. Haut wird rot, Kopf wird schwindlig, Körper müde ...
20. Du sollst lieber eine gute Sonnenbrille statt sieben modische Exemplare um je drei Euro kaufen. Die Dinger sind zwar bunt, dunkel oder verspiegelt, aber wirkungslos.
21. Du sollst deine Fahrkarten nicht mit zum Baden nehmen. Lesegeräte stellen sich nicht auf deine hygienischen Bedürfnisse ein.
22. Du sollst deine Papiere nicht verlieren. Geldverluste verursachen weniger Probleme.
23. Du sollst nicht kotzen, wenn am Nachbartisch Pizza bestellt wurde.
24. Du sollst keine klitzekleinen superscharfen Chilischoten roh essen, um den Mitschülern deine grenzenlose Härte zu beweisen. Das wirkt beim dadurch verursachten Klobesuch ein wenig lächerlich.
25. Du sollst Warnungen vor Taschendieben ernst nehmen. Maßnahmen, die danach gesetzt werden, greifen zu spät.
26. Du sollst nicht Bahn fahren. Deren Reservierungen sollten nach dem Lotteriegesetz versteuert werden. Du sollst Worte wie "Flugzeug" oder ähnliche alternative Tansportmittel danach nie wieder in Anwesenheit verärgerter Lehrpersonen in den Mund nehmen.
27. Du sollst den Rasen nicht betreten, wenn entsprechende Schilder das so wollen. Auch wenn auf den Schatten spendenden Bäumen bunte Früchte locken. Denke ans saure Ende des Paradieses!
28. Du sollst keine harten Coktails trinken. Sie strapazieren die Geldbörse, deine Gesundheit und die Geduld der pädagogisierenden Begleiter, die auf das absolute Alkoholverbot pochen (müssen). Bedenke, dass LehrerInnen Mojito und Tonic unterscheiden können - visuell, olfaktorisch und notfalls gustatorisch.
29. Du solltest rechtzeitig Freundschaften schließen, sonst wirst du in vielen Situation ziemlich einsam und verlassen dastehen. Dann wird auch die Mama das "Mobbing" nicht per Handy abstellen können.
30. Vermeide Ironie, Zynismus und Sarkasmus, die gefährlichsten Waffen der Lehrer.
Resumee:
Exkursionsprojekt gelungen, keine besonderen Vorkommnisse.
1. Du sollst nicht aus dem Hotelfenster steigen. Oder zurück. Der Portier könnte dich für einen Einbrecher halten, der Lehrer von der Absturzgefahr faseln.
2. Du sollst auch nicht auf die Nachbarbaustelle klettern.
3. Du sollst keine MitschülerInnen im Kasten verstecken. Besonders, wenn sie vom anderen Geschlecht sind und die Mitternachtsglocken bereits geläutet haben.
4. Auch ein fremdes Bett gilt nicht als kreatives Versteck. Selbst wenn der Aufklärungsunterricht bereits stattgefunden hat.
5. Du sollst nicht bloßfüßig zum Frühstück erscheinen. Das ist nicht bloß ein persönliches Anliegen des Bedienungspersonals.
6. Du sollst keine schmutzenden Getränke auf den Boden schütten.
7. Sollte das 6.Gebot nicht einzuhalten sein, sollst du Maßnahmen für die Beseitigung des Unfalls treffen. Damit die Mißachter der Regel 5 nicht zum Handkuss kommen.
8. Du sollst nicht auf fremden Hotelgängen Unterhaltung suchen. Oder lautstark verbreiten. Auch nicht nach Mitternacht.
9. Du sollst deine Mitmenschen und Begleiter schlafen lassen. Tröten und ähnliche Lärmerzeuger gehören in Fußballstadien. Auch außerhalb von WM-Zeiten.
10. Du sollst keine Mitmenschen mit Filzstiften beschreiben. Weder in ihrem Dekolleté, noch auf ihren Oberarmen. Wenn dir jemand "Fick mich" auf die Haut schreibt, dann sollst du keinen Pfeil nach hinten zulassen.
11. Du sollst pünktlich beim Treffpunkt erscheinen. Wenn du es nicht schaffst, gilt die Ausrede "Is ja wurscht, weil eh immer Leute zu spät kommen" nicht.
12. Du sollst keine öffentlichen Wasserleitungen verstopfen. Die anschließenden Spritzorgien könnten auch unbeteiligte Passanten treffen, die besser als du gekleidet sind. Die Entschuldigung "War nicht Absicht" findet nicht immer Anklang.
13. Du sollst Rücksicht nehmen. Als Regel ohne Einschränkung.
14. Du sollst bei Rot nicht über die Straße gehen. Auch wenn deine Freunde bereits auf der anderen Seite sind, könnten schnelle Verkehrsmittel harte Aufschläge verursachen.
15.Du sollst nicht in unbekannte Gewässer springen. Nicht einmal steigen. Kann alles Schmerzen verursachen.
16. Du sollst Füße und Beine heben, beim Gehen, besonders auf Stufen oder wenn der Untergrund staubig ist. Bedenke einfach alle möglichen Konsequenzen.
17. Du sollst nicht "Arschloch" sagen. Auch Menschen von der Müllabfuhr oder ausländische Souvenirverkäufer hören solche Beschimpfungen nicht gerne. Du solltest auch deren Fremdsprachenkenntnisse nicht unterschätzen. Sowie deren Muskelkraft.
18. Du sollst dich nicht mit besoffenen Jugendlichen anlegen. Selbst wenn zwölf Freunde auf deiner Seite und bloß vier auf der gegenüberliegenden Front stehen. Moderne Kommunikationsmittel verändern solche Zahlenverhältnisse enorm schnell.
19. Du sollst dich vor der Macht der Sonne schützen. Haut wird rot, Kopf wird schwindlig, Körper müde ...
20. Du sollst lieber eine gute Sonnenbrille statt sieben modische Exemplare um je drei Euro kaufen. Die Dinger sind zwar bunt, dunkel oder verspiegelt, aber wirkungslos.
21. Du sollst deine Fahrkarten nicht mit zum Baden nehmen. Lesegeräte stellen sich nicht auf deine hygienischen Bedürfnisse ein.
22. Du sollst deine Papiere nicht verlieren. Geldverluste verursachen weniger Probleme.
23. Du sollst nicht kotzen, wenn am Nachbartisch Pizza bestellt wurde.
24. Du sollst keine klitzekleinen superscharfen Chilischoten roh essen, um den Mitschülern deine grenzenlose Härte zu beweisen. Das wirkt beim dadurch verursachten Klobesuch ein wenig lächerlich.
25. Du sollst Warnungen vor Taschendieben ernst nehmen. Maßnahmen, die danach gesetzt werden, greifen zu spät.
26. Du sollst nicht Bahn fahren. Deren Reservierungen sollten nach dem Lotteriegesetz versteuert werden. Du sollst Worte wie "Flugzeug" oder ähnliche alternative Tansportmittel danach nie wieder in Anwesenheit verärgerter Lehrpersonen in den Mund nehmen.
27. Du sollst den Rasen nicht betreten, wenn entsprechende Schilder das so wollen. Auch wenn auf den Schatten spendenden Bäumen bunte Früchte locken. Denke ans saure Ende des Paradieses!
28. Du sollst keine harten Coktails trinken. Sie strapazieren die Geldbörse, deine Gesundheit und die Geduld der pädagogisierenden Begleiter, die auf das absolute Alkoholverbot pochen (müssen). Bedenke, dass LehrerInnen Mojito und Tonic unterscheiden können - visuell, olfaktorisch und notfalls gustatorisch.
29. Du solltest rechtzeitig Freundschaften schließen, sonst wirst du in vielen Situation ziemlich einsam und verlassen dastehen. Dann wird auch die Mama das "Mobbing" nicht per Handy abstellen können.
30. Vermeide Ironie, Zynismus und Sarkasmus, die gefährlichsten Waffen der Lehrer.
Resumee:
Exkursionsprojekt gelungen, keine besonderen Vorkommnisse.
teacher - am Sonntag, 13. Juni 2010, 11:07
"Warum fahrt ihr eigentlich nach Cannes?", will ich von einer Oberstufenklasse wissen, weil sie ganz aufgeregt in meiner Stunde Reisevorbereitungen diskutiert.
"Das ist nur eine Notlösung," höre ich aus dem Gemurmel heraus.
"Notlösung? Warum das?"
"Weil sonst niemand mit uns wegfahren wollte. Lieber wären wir nach Malta gefahren..."
"Aha. Und warum gerade Malta?"
"Wegen der schönen Strände."
Mir bleibt der Mund offen:
"Also ich war schon mehrere Male in Malta. Ist für Englisch-Sprachwochen eine nette Option, warm, günstig, friedlich ... aber es hat einen echten Schwachpunkt: Die Strände. Es gibt nur wenige ... und die meisten sind felsig. Da ist Cannes einfach viel besser!"
Überraschung macht sich breit.
Ein Schüler hatte von einem Viersterne-Hotel mit aufgeschüttetem Sandstrand geschwärmt, das war für alle überzeugend gewesen.
"Naja. Hauptsache wir fahren weg!"
Und Malta war vergessen.
Mich erinnert die Episode an eine frühere Maturareise: Die Klasse hatte über Wochen Prospekte studiert und ist schließlich zu einer Kompromiss-Entscheidung gelangt: Madeira.
"Herr Professor. Waren Sie schon mal auf Madeira?"
"Ja. Sehr schön, ewiger Frühling, Blumeninsel, schöne Wanderungen ... ich komme ja ein bissi ins Mittelalter."
"Wir werden unsere Maturareise hinmachen!"
"Ehrlich? Das finde ich gut. Einmal nicht die gängige Sommer-Strand-Sauf-Tour. Super."
Überraschung macht sich breit.
"Eigentlich dachten wir schon an sowas ..."
Ich erzähle von bizarren, in Nebel gehüllten Bergen, von Lavagestein an dunklen Küsten, von stürmischen Stränden und von Pensionisten, die nicht genug von wuchernden Blumenfeldern bekommen.
Gut, dass die Klassen selbst entscheiden dürfen. So viel ich weiß ist sie nach Tunesien gefahren. Madeira war vergessen.
"Das ist nur eine Notlösung," höre ich aus dem Gemurmel heraus.
"Notlösung? Warum das?"
"Weil sonst niemand mit uns wegfahren wollte. Lieber wären wir nach Malta gefahren..."
"Aha. Und warum gerade Malta?"
"Wegen der schönen Strände."
Mir bleibt der Mund offen:
"Also ich war schon mehrere Male in Malta. Ist für Englisch-Sprachwochen eine nette Option, warm, günstig, friedlich ... aber es hat einen echten Schwachpunkt: Die Strände. Es gibt nur wenige ... und die meisten sind felsig. Da ist Cannes einfach viel besser!"
Überraschung macht sich breit.
Ein Schüler hatte von einem Viersterne-Hotel mit aufgeschüttetem Sandstrand geschwärmt, das war für alle überzeugend gewesen.
"Naja. Hauptsache wir fahren weg!"
Und Malta war vergessen.
Mich erinnert die Episode an eine frühere Maturareise: Die Klasse hatte über Wochen Prospekte studiert und ist schließlich zu einer Kompromiss-Entscheidung gelangt: Madeira.
"Herr Professor. Waren Sie schon mal auf Madeira?"
"Ja. Sehr schön, ewiger Frühling, Blumeninsel, schöne Wanderungen ... ich komme ja ein bissi ins Mittelalter."
"Wir werden unsere Maturareise hinmachen!"
"Ehrlich? Das finde ich gut. Einmal nicht die gängige Sommer-Strand-Sauf-Tour. Super."
Überraschung macht sich breit.
"Eigentlich dachten wir schon an sowas ..."
Ich erzähle von bizarren, in Nebel gehüllten Bergen, von Lavagestein an dunklen Küsten, von stürmischen Stränden und von Pensionisten, die nicht genug von wuchernden Blumenfeldern bekommen.
Gut, dass die Klassen selbst entscheiden dürfen. So viel ich weiß ist sie nach Tunesien gefahren. Madeira war vergessen.
teacher - am Sonntag, 6. Juni 2010, 10:38
Nächste Woche wird blogfrei.
Ich fahre morgen mit einer Klasse ins nahe EU-Ausland.
"Schönen Urlaub", wünschen mir die einen.
"Warum tust Du dir das an?", fragen mich die anderen.
Ich fahre morgen mit einer Klasse ins nahe EU-Ausland.
"Schönen Urlaub", wünschen mir die einen.
"Warum tust Du dir das an?", fragen mich die anderen.
teacher - am Samstag, 5. Juni 2010, 19:36
Zu Schulbeginn ist meine erste Klasse recht zufällig zusammengewürfelt worden. Kinder aus unterschiedlichsten Volksschulen und Herkünften sind plötzlich nebeneinander gesessen und wurden herzlich eingeladen, zur ihrer persönlichen Weiterentwicklung zusammenzuarbeiten.
Seither wurden sie mindestens sieben Mal umgesetzt: Die vorne wandern nach hinten, die beim Fenster zur Türe, die Mädchen zu Mädchen, die Burschen zwischen zwei Mädchenreihen, die Brillenträger zur Tafel, die Scheuen ins Licht usw. Immer werden Vorstellungen von LehrerInnen mit Wünschen der SchülerInnen zu neuen Sitzordnungen verknüpft.
So ist durch unsichtbare Fäden - völlig unbeabsichtigt - ein "stummes Eck" entstanden, das mir erst nach mehreren Wochen bewusst wird: Dort sitzen sechs ruhige Mädchen zusammen und alle haben Migrationshintergrund.
Vor ihnen sitzen vier laute Burschen, die unsere ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sie haben die technische Klassenbetreuung übernommen, sie arbeiten in Gruppen zusammen, sie sind in die Alpharolle geschlüpft.
Neben ihnen sitzen die brillanten Mädchen, die gute Mitarbeitsnoten sammeln, die selbstbewusst Fragen stellen und die besten Arbeiten schreiben.
Warum hat sich diese Desintegration ergeben, frage ich mich.
Ich vermute primär sprachliche Gründe, aber auch ähnliche Charaktere haben einander gefunden. Soll ich bei der nächsten Gruppenarbeit die Karten neu mischen (und heftigen Widerstand und große Probleme auf der Beziehungsebene in Kauf nehmen) oder soll ich die homogenen und harmonierenden Gruppierungen, die sie selbst auswählen, zulassen?
Acht Jahre älter sitzen in meiner Maturaklasse die SchülerInnen bunt gemischt in den Reihen: Ein Vietnamese neben einer Serbin, ein Rumäne zwischen zwei Österreicherinnen. Ich frage, wohin sie am Abend gehen und sie nennen mir eine Reihe angesagter Adressen, Clubs, Diskos, Cafés. In keines der Lokale gehen sie gemeinsam. Sie verbringen nur die Schulzeit zusammen. Friedlich, aber nicht integriert.
P.S.: Das erste Mädchen (23) aus meiner letzten Vorstandsklasse hat heuer geheiratet (Danke für die Einladung zur Hochzeitsfeier) - natürlich einen Österreicher mit identischem Migrationshintergrund. Auch das neueste Liebespaar in der dritten Klasse hat sich ethisch-kulturell gebildet - aus drei Koreanern der Schule (mit über 1000 SchülerInnen) sind sich zwei näher gekommen.
Des/Integration.
Seither wurden sie mindestens sieben Mal umgesetzt: Die vorne wandern nach hinten, die beim Fenster zur Türe, die Mädchen zu Mädchen, die Burschen zwischen zwei Mädchenreihen, die Brillenträger zur Tafel, die Scheuen ins Licht usw. Immer werden Vorstellungen von LehrerInnen mit Wünschen der SchülerInnen zu neuen Sitzordnungen verknüpft.
So ist durch unsichtbare Fäden - völlig unbeabsichtigt - ein "stummes Eck" entstanden, das mir erst nach mehreren Wochen bewusst wird: Dort sitzen sechs ruhige Mädchen zusammen und alle haben Migrationshintergrund.
Vor ihnen sitzen vier laute Burschen, die unsere ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sie haben die technische Klassenbetreuung übernommen, sie arbeiten in Gruppen zusammen, sie sind in die Alpharolle geschlüpft.
Neben ihnen sitzen die brillanten Mädchen, die gute Mitarbeitsnoten sammeln, die selbstbewusst Fragen stellen und die besten Arbeiten schreiben.
Warum hat sich diese Desintegration ergeben, frage ich mich.
Ich vermute primär sprachliche Gründe, aber auch ähnliche Charaktere haben einander gefunden. Soll ich bei der nächsten Gruppenarbeit die Karten neu mischen (und heftigen Widerstand und große Probleme auf der Beziehungsebene in Kauf nehmen) oder soll ich die homogenen und harmonierenden Gruppierungen, die sie selbst auswählen, zulassen?
Acht Jahre älter sitzen in meiner Maturaklasse die SchülerInnen bunt gemischt in den Reihen: Ein Vietnamese neben einer Serbin, ein Rumäne zwischen zwei Österreicherinnen. Ich frage, wohin sie am Abend gehen und sie nennen mir eine Reihe angesagter Adressen, Clubs, Diskos, Cafés. In keines der Lokale gehen sie gemeinsam. Sie verbringen nur die Schulzeit zusammen. Friedlich, aber nicht integriert.
P.S.: Das erste Mädchen (23) aus meiner letzten Vorstandsklasse hat heuer geheiratet (Danke für die Einladung zur Hochzeitsfeier) - natürlich einen Österreicher mit identischem Migrationshintergrund. Auch das neueste Liebespaar in der dritten Klasse hat sich ethisch-kulturell gebildet - aus drei Koreanern der Schule (mit über 1000 SchülerInnen) sind sich zwei näher gekommen.
Des/Integration.
teacher - am Donnerstag, 3. Juni 2010, 19:58
Jede Zeit braucht neue Worte: Festplatte, Handy, Migrationshintergrund z.B. prägen die Gegenwart.
Neu sind auch: bildungsresistent, unausbildbar.
Wer soll als erster die Tendenzen im Bildungsbereich erkennen?
Lehrer und Ausbildner.
Wenn ich wie ein Geisterfahrer durchs deutsche Fernsehprogramm zappe, bleibe ich auch bei MEX hängen, dem Marktmagazin im hr-fernsehen. Es läuft ein Beitrag, der mich fesselt: "Warum viele Unternehmen nicht ausbilden."
Die Aussagen, die ich dort von jugendlichen Azubis zu hören bekomme, sind so vertraut wie erschreckend:
"Jeden Tag arbeiten, arbeiten, arbeiten – das will keiner."
"Ich will auch nicht, dass mein Chef kommt und mich rumkommandiert."
"Also ich kann nicht die ganze Zeit an so einem Ding rumschleifen. Für mich ist das dann auch perfekt. Und wenn dann einer kommt und sagt, da ist noch was, dann ist mir das auch egal. Ich könnte das nicht."
"Dann würde ich mir nicht so wichtig vorkommen. Und ich will mir wichtig vorkommen."
"Das liegt daran, weil wir auch in der Schule hier keine so gute Einstellung haben. Viele Schüler sehen es als selbstverständlich, mal ein paar Tage zu schwänzen, fehlen einen Tag, ohne sich richtig zu entschuldigen. Deswegen kommt dann auch die Einstellung in dem Ausbildungsberuf."
"Es gibt viele, die keine Lust auf Arbeit haben. Die hocken lieber zu Hause rum."
Und die Arbeitgeber:
"Es ist oft so, dass die Lehrlinge nach ein oder zwei Stunden die Lust verlieren an der Arbeit. Dann ist das Produkt, was hinten rauskommt, nur zu zwei Dritteln geschliffen oder nur zur Hälfte, der Grat ist dann nicht ganz weg. Und solche Produkte kann ich dem Kunden nicht verkaufen."
"Man erwartet den jungen Mann oder die junge Dame morgens um sieben Uhr und dann tut sich erst einmal nichts. So gegen neun Uhr kommt dann der Anruf: Ja, ich habe verschlafen, ich komme dann um 9.30 Uhr. Auch zum freiwilligen m€x-Ausbildungs-Check kommt ein Schüler eine dreiviertel Stunde zu spät, fünf andere sind trotz Zusage gar nicht erst erschienen ..."
"Wir an der Schule versuchen hier natürlich, die Schüler zu motivieren. Aber das ist natürlich schwierig, was sich an so einer Veranstaltung wie heute zeigt, zu der diese Schüler gar nicht erscheinen."
Das gibt wenig Hoffnung. Ob Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit – es fehlt vielen am Grundsätzlichen. Für Hessens Meister wird es so immer schwerer, Jugendliche für eine Lehre zu begeistern.(a.a.O)
Nicht nur Lehrer jammern. Auch Unternehmer. Immer weniger können wegschauen.
Neu sind auch: bildungsresistent, unausbildbar.
Wer soll als erster die Tendenzen im Bildungsbereich erkennen?
Lehrer und Ausbildner.
Wenn ich wie ein Geisterfahrer durchs deutsche Fernsehprogramm zappe, bleibe ich auch bei MEX hängen, dem Marktmagazin im hr-fernsehen. Es läuft ein Beitrag, der mich fesselt: "Warum viele Unternehmen nicht ausbilden."
Die Aussagen, die ich dort von jugendlichen Azubis zu hören bekomme, sind so vertraut wie erschreckend:
"Jeden Tag arbeiten, arbeiten, arbeiten – das will keiner."
"Ich will auch nicht, dass mein Chef kommt und mich rumkommandiert."
"Also ich kann nicht die ganze Zeit an so einem Ding rumschleifen. Für mich ist das dann auch perfekt. Und wenn dann einer kommt und sagt, da ist noch was, dann ist mir das auch egal. Ich könnte das nicht."
"Dann würde ich mir nicht so wichtig vorkommen. Und ich will mir wichtig vorkommen."
"Das liegt daran, weil wir auch in der Schule hier keine so gute Einstellung haben. Viele Schüler sehen es als selbstverständlich, mal ein paar Tage zu schwänzen, fehlen einen Tag, ohne sich richtig zu entschuldigen. Deswegen kommt dann auch die Einstellung in dem Ausbildungsberuf."
"Es gibt viele, die keine Lust auf Arbeit haben. Die hocken lieber zu Hause rum."
Und die Arbeitgeber:
"Es ist oft so, dass die Lehrlinge nach ein oder zwei Stunden die Lust verlieren an der Arbeit. Dann ist das Produkt, was hinten rauskommt, nur zu zwei Dritteln geschliffen oder nur zur Hälfte, der Grat ist dann nicht ganz weg. Und solche Produkte kann ich dem Kunden nicht verkaufen."
"Man erwartet den jungen Mann oder die junge Dame morgens um sieben Uhr und dann tut sich erst einmal nichts. So gegen neun Uhr kommt dann der Anruf: Ja, ich habe verschlafen, ich komme dann um 9.30 Uhr. Auch zum freiwilligen m€x-Ausbildungs-Check kommt ein Schüler eine dreiviertel Stunde zu spät, fünf andere sind trotz Zusage gar nicht erst erschienen ..."
"Wir an der Schule versuchen hier natürlich, die Schüler zu motivieren. Aber das ist natürlich schwierig, was sich an so einer Veranstaltung wie heute zeigt, zu der diese Schüler gar nicht erscheinen."
Das gibt wenig Hoffnung. Ob Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit – es fehlt vielen am Grundsätzlichen. Für Hessens Meister wird es so immer schwerer, Jugendliche für eine Lehre zu begeistern.(a.a.O)
Nicht nur Lehrer jammern. Auch Unternehmer. Immer weniger können wegschauen.
teacher - am Montag, 31. Mai 2010, 22:45